Baden-Württemberg

Staatliches Tierärztliches Untersuchungsamt Aulendorf - Diagnostikzentrum

Immer wieder BTV: Viren auf dem Vormarsch

Infopaket zu BTV-3, BTV-8 und EHDV

BTV ist wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Kaum hatten die letzten deutschen Gebiete im Juli 2023 die amtlich anerkannte Freiheit von der Blauzungenkrankheit wiedererlangt, trat mit BTV-3 ein neuer Virustyp in den Niederlanden auf und verbreitete sich rapide. Inzwischen hat das Virus neben Belgien und Großbritannien auch Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erreicht.

Parallel dazu verbreitet sich von Südfrankreich aus ein offenbar neuer BTV-8-Typ, der anders als das BTV-8-Serovar der letzten Ausbrüche zu schweren klinischen Erkrankungen führt. Diese Virusvariante befindet sich aktuell bereits in Ain, einem Nachbar-Departement zu Genf in der Schweiz.

Obendrein ist mit EHDV, dem Virus der Epizootic Haemorrhagic Disease, noch ein neuer, mit BTV verwandter Erreger von Südwesteuropa in Richtung Deutschland unterwegs. Die jüngsten Ausbrüche liegen hier im Südwesten Frankreichs.

Alle drei Erreger führen zu klinischen Erkrankungen bei Hauswiederkäuern sowie Kameliden, mit z. T. gravierenden Verlusten. Noch wurden BTV-3, BTV-8 und EHDV durch den Winter ausgebremst, so dass die meisten Bundesländer inkl. Baden-Württemberg bisher verschont worden sind. Aber mit zunehmend wärmeren Temperaturen ist von einer weiteren Ausbreitung aller drei Erreger auszugehen.
Gegen BTV-3 und EHDV gibt es derzeit leider keine spezielle Vorbeugung in Form eines Impfstoffes. An einer Vakzine gegen BTV-3 wird zwar schon gearbeitet, aber diese wird aller Voraussicht nach nicht vor Herbst 2024 zur Verfügung stehen.
Weitaus besser ist die Situation in Bezug auf BTV-8, das derzeit mit dem Nachweis vor der Schweizer Grenze Baden-Württemberg am nächsten liegt. Gegen dieses Virus ist nach wie vor eine wirksame Vorbeugung über die bereits bewährten BTV-8-Vakzinen möglich. Diese Option sollte dringend genutzt werden, um Rinder, Schafe und Ziegen vor schweren Krankheitsverläufen und den Halter vor erheblichen Verlusten zu schützen. Darüber hinaus ist der Impfschutz Im Falle eines neuen BTV-8-Sperrgebietes wieder die entscheidende Voraussetzung für ein Verbringen der Tiere in freie Gebiete.
Das Land Baden-Württemberg und die Tierseuchenkasse BW unterstützen die Impfungen gegen BTV-8 und BTV-4 auch in 2024 wieder finanziell. Die Zuschüsse werden wie zuvor nach Impfzonen gestaffelt.

 

Weitere Informationen

 

Artikel erstmals erschienen am 04.03.2024 11:35:40

Copyright © 2005–2024 Alle Rechte vorbehalten.