Baden-Württemberg

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Sigmaringen

Das CVUA Sigmaringen stellt seinen Jahresbericht 2021 vor

11.08.2022

Titelbild

Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Sigmaringen veröffentlichte heute im Rahmen einer Pressekonferenz seinen Jahresbericht 2021.

 

Am CVUA Sigmaringen wurden im vergangenen Jahr rund 7500 Proben untersucht. Davon waren lediglich 1.249 (rund 17 %) zu beanstanden. Bei Dreiviertel dieser Proben bezogen sich die Beanstandungen auf eine unzureichende und/oder irreführende Kennzeichnung bzw. Aufmachung der Lebensmittel- oder Tabakproben (48 %) oder auf mikrobiologische Verunreinigungen der Lebensmittel- oder Trinkwasserproben (27 %).

 

Dabei ist es sehr erfreulich, dass nur insgesamt zwölf Proben (0,16 %) als gesundheitsschädlich beurteilt werden mussten. In vier Fällen wurden Fremdkörper entdeckt: Ein Glassplitter sowie ein hartes und scharfkantiges Kunststoffstück in grünem, geröstetem Weizen („Freekeh“), sowie in Beschwerdeproben bei einem Joghurt und einem Hamburger. Alle Fremdkörper waren dazu geeignet beim Verzehr der Lebensmittel Verletzungen im Mund- und Rachenraum zu verursachen. Sieben Proben, darunter ein Speiseeis sowie sechs Fleisch- und Wurstwaren wurden wegen hohen, allergologisch relevanten, jedoch nicht deklarierten Bestandteilen von Mandeln bzw. Senf als gesundheitsschädlich beurteilt. Ein Vesperkäse wies einen hohen Gehalt an Listeria mono-cytogenes auf, dem Erreger der beim Mensch und bei Tieren auslösenden Erkrankung Listeriose.

 

Häufig nur unterbewusst wahrgenommen: Der Geruch von Trinkwasser. Mit diesem Thema, der praktischen Durchführung des Geruchsschwellenwerts von Trinkwasser, sowie mit der Frage, ob es sinnvoll oder notwendig ist Trinkwasser zur Verbesserung der Qualität nachzubehandeln, beschäftigen sich zwei Artikel im Jahresbericht. Daneben wird in dieser Rubrik über Ergebnisse des Projekts „Spur 2020“ weiter berichtet, dass zur Identifizierung und Vorkommen von neuartigen Mikroverunreinigungen in Trinkwasser ins Leben gerufen wurde und bei dem u.a. Blaualgentoxine in Badegewässer und im Trinkwasser unter die Lupe genommen wurden.

 

Neben Lebensmitteln und Trinkwasser werden am CVUA Sigmaringen auch Tabakwaren untersucht. Trotz oder gerade weil seit Jahren der Anteil an Rauchern in Deutschland rückläufig ist, gilt es immer wieder neuartige Tabakprodukte zu kontrollieren. Daher stehen seit bereits einigen Jahren nikotinhaltige Liquids für E-Zigaretten im Fokus von Untersuchungen. Neben den aktuellen Ergebnissen aus diesen Untersuchungen beschäftigt sich ein weiterer Artikel mit sogenannten Nicotine Pouches, einem Alternativprodukt zu inzwischen verbotenen „Chewing Bags“, über die das CVUA Sigmaringen bereits im Jahresbericht von 2019 berichtete.

 

Weitere Themen im aktuellen Jahresbericht 2021 sind u. a. die Qualität von Kokosnüssen, Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) in Nüssen und Gewürzkräutern, die Qualität von grünem Weizen (Firik Bulgur, „Freekeh“), die Hochdruckbehandlung von Fruchtsäften, die Qualität von Vanillepasten und -extrakten, sowie Beispiele für die fachliche Zusammenarbeit mit Hochschulen und anderen Untersuchungsämtern in Baden-Württemberg, z.B. zur Identifizierung von unerwünschten Schimmelpilzen, bei der Fleischqualität von Frikadellen, bei der Untersuchung von sogenannter A2-Milch oder bei der Aufklärung einer Beschwerdeprobe „mutmaßliche Mäuseknochen“ in Linsen.

 

Den vollständigen Jahresbericht 2021 des CVUA Sigmaringen finden Sie auf unserer Homepage unter www.cvua-sigmaringen.de.

 

Artikel erstmals erschienen am 09.08.2022 10:39:22

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