Baden-Württemberg

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg

Labor für Veterinärtoxikologie in neuen Räumen - Jahresrückblick 2025

S. Albrecht, S. Dietrich, Dr. J. Reichert, S. Scanlan Sierra

 

 

Labor Veterinärtoxikologie am CVUA Freiburg

 

Im Jahr 2025 konnte das Zentrallabor für Veterinärtoxikologie am CVUA Freiburg in einen neuen, großflächigen Laborraum im 1. OG des Dienstgebäudes am Moosweiher umziehen.

Laborteam: S. Scanlan Sierra, S. Albrecht, S. Dietrich, Dr. J. Reichert

Laborteam: S. Scanlan Sierra, S. Albrecht, S. Dietrich, Dr. J. Reichert (v.l.n.r)

 

Nach baubedingten Einschränkungen in den vorangegangenen Monaten können eingehende Proben hier nun unter besten Bedingungen für Arbeitsschutz und Sicherheit aufgearbeitet, untersucht und an die Servicelabore in der Bissierstraße weitergeleitet werden. Das Team freut sich auf spannende Einsendungen der Kollegialämter, der Polizei und der Veterinärämter.

 

Insgesamt bearbeitete das Laborteam der Veterinärtoxikologie im vergangenen Jahr 134 Aufträge mit ca. 260 Einzelproben.

 

 

 

Infokasten

Der Schwerpunkt des Labors ist die Aufklärung von Vergiftungsverdachtsfällen bei verstorbenen Haus- und Nutztieren. Aber auch Wildtiere werden zu Monitoringzwecken und aus Tierschutzgründen auf eine Belastung mit Giftstoffen untersucht.

Intoxikationen zeigen häufig ein pathologisch auffälliges Bild. Bei der Sektion werden daher gezielt Organe entnommen, aus denen dank moderner Analysemethoden enthaltene Giftsubstanzen bestimmt werden können. In den toxikologischen Übersichtsanalysen werden Organproben und Mageninhalt oder Erbrochenes verstorbener Tiere auf Rodentizide (Wirkstoffe zur Schadnagerbekämpfung), Insektizide, Pflanzentoxine und weitere toxikologisch relevante Substanzen untersucht.

Bild 1: Erbrochenes einer überlebenden,  tierärztlich behandelten Katze mit pinken  Chloralose-Anteilen (3 weitere Hofkatzen des Halters verstarben)

Bild 1: Erbrochenes einer überlebenden, tierärztlich behandelten Katze mit pinken Chloralose-Anteilen (3 weitere Hofkatzen des Halters verstarben)

 

Weiterer Untersuchungsschwerpunkt des Labors ist die Untersuchung von Ködermaterialien. Diese werden nicht nur auf privaten, sondern auch auf öffentlichen Grundstücken ausgelegt, wo sie eine Gefährdung für Haus- und Wildtiere, aber auch für spielende Kinder darstellen. Giftköder enthalten oftmals Substanzen, die schon seit Jahren EU-weit verboten sind und eine hohe akute Toxizität besitzen.

 

 

 

 

 

Bild 2: Wurst mit grünem Getreide: Nachweis von Bromadiolon

Bild 2: Wurst mit grünem Getreide: Nachweis von Bromadiolon

 

 

Die Bandbreite der dabei eingesetzten Substanzen ist groß. In vielen Fällen wurden Rodentizide (Rattengifte) und Chloralose verwendet, welches früher zur Taubenbekämpfung eingesetzt wurde. Aber auch Pestizide wurden nachgewiesen. In Einzelfällen kam es 2025 zu Funden präparierter Köder mit Humanarzneimitteln.

 

 

 

 

 

 

 

Weitere, detaillierte Informationen zu den identifizierten Substanzen aus positiven Köderfunden und Vergiftungsfällen mit kurzen Fallbeschreibungen finden Sie hier: Toxikologieproben 2025_ausführliche Informationen.

 

 

Bildnachweis

alle CVUA Freiburg

 

 

 

Artikel erstmals erschienen am 25.06.2026 11:52:39

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