Das Arzneimittelteam des CVUA Karlsruhe
Potenzhonige sind als „natürlich“ beworbene Honigprodukte, die vor allem im Internet angeboten werden. Sie sollen bei Potenzproblemen helfen oder die sexuelle Leistung steigern. Tatsächlich enthalten sie jedoch fast immer einen oder mehrere Arzneistoffe. Am häufigsten wird Sildenafil gefunden, der Wirkstoff aus Viagra. Auch Tadalafil, bekannt aus Cialis, wird immer wieder nachgewiesen.

Abb. 1: Honigglas (Bildquelle CVUA Karlsruhe)
Zusammensetzung und Wirkstoffgehalt dieser Produkte sind nicht verlässlich. Verbraucherinnen und Verbraucher können nicht erkennen, ob ein potenter Arzneistoff enthalten ist. Auch die Wirkstoffmengen sind unbekannt und Dosierungen können stark schwanken. Möglich sind Überdosierungen oder Wirkungsverstärkung durch die Kombination mehrerer Stoffe. Dadurch werden die gesundheitlichen Folgen unkalkulierbar.
Zu den häufigsten Risiken zählen:
Im Jahr 2025 und in der ersten Jahreshälfte 2026 lagen der Arzneimitteluntersuchungsstelle insgesamt 24 Proben „Potenzhonig“ mit den unterschiedlichsten Produktbezeichnungen zur Untersuchung auf nicht deklarierte Arzneistoffe vor. Lediglich eine Probe war unauffällig, in den restlichen 23 Proben wurde der Wirkstoff Sildenafil in nennenswerter Menge nachgewiesen.
Potenzhonig ist nur eine von vielen Erscheinungsformen von Lebensmitteln mit „versteckten“ Arzneistoffen. Angeblich natürliche Produkte mit synthetischen Arzneistoffen werden auch in vielen anderen Erscheinungsformen angeboten, zum Beispiel als Tabletten, Kapseln, Pasten, Instantpulver, Schokolade, Bonbons und Shots/ Energy Drinks.
Der Verkauf solcher Produkte ist illegal. Sie sind nicht verkehrsfähig, da ihnen die erforderliche arzneimittelrechtliche Zulassung fehlt. Potenzhonige, die Arzneistoffe wie Sildenafil oder Tadalafil enthalten, unterliegen der ärztlichen Verschreibungspflicht. Sie dürfen nur in Apotheken abgegeben werden, da eine fachkundige Beratung nötig ist. Wegen der versteckten Wirkstoffe und der nicht kontrollierten Dosierung sind Potenzhonige gesundheitlich bedenklich.
Im Labor werden die Proben zunächst homogenisiert und mit Methanol extrahiert. Anschließend können die enthaltenen Arzneistoffe mit verschiedenen chromatografischen Verfahren nachgewiesen werden. Mit der Hochleistungsflüssigkeitschromatografie (HPLC) können die Stoffe identifiziert und mengenmäßig bestimmt werden. Eine Absicherung der Identität erfolgt in der Regel mit Hochleistungs-Dünnschichtchromatografie.
Potenzhonige sind keine harmlosen Naturprodukte. Sie enthalten meistens versteckte Wirkstoffe wie Sildenafil oder Tadalafil. Das kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. „Natürlich“ heißt nicht sicher! Nur zugelassene Arzneimittel aus legalen Apotheken bieten verlässliche Qualität und Sicherheit. Wer Gesundheitsprobleme hat, sollte sich ärztlich oder in einer Apotheke beraten lassen und keine Produkte aus unklaren Internetquellen oder sozialen Netzwerken verwenden.
Hinweise auf ein möglicherweise illegales Produkt können sein:
„100 % natürlich“ und „starke Wirkung“
Trotz versprochener starker Wirkung wird das Produkt als rein natürlich und mit reißerischen Wirkversprechungen beworben, z. B.:
Es ist keine Zulassungsnummer vorhanden. Ein Arzneimittel ohne Zulassung ist nicht verkehrsfähig.
Auffällige Produktnamen sollen besondere Stärke, Natürlichkeit oder Seriosität vermitteln.
Anbieter und Vertriebswege sind häufig schwer oder gar nicht überprüfbar.
Der verantwortliche Hersteller und die Herkunft des Produkts sind nicht eindeutig erkennbar.

Abb. 2: Illegaler Honig (Bildquelle: CVUA KA, mit Hilfe von Kl (ChatGPT) erstellt)