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Testung auf SARS-CoV-2 – in der Krise gemeinsam handeln

Dr. Lisa Schneider-Bühl, Dr. Ekkehard Hiller, Dr. Reinhard Sting

 

Die Corona-Pandemie ist eine ungewöhnliche Situation, die ungewöhnlichen Einsatz fordert. Untersuchungen auf das Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19) werden nun auch in unserem veterinärdiagnostischen Labor in Kooperation mit dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg durchgeführt.

 

Ungewöhnlicher Einsatz

„Ungewöhnliche Situationen erfordern unkonventionelles und lageangepasstes Handeln.“ So kündigte Verbraucherschutzminister Peter Hauk MdL am Donnerstag, 26. März 2020 an, dass von nun an im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart zusätzliche Laborkapazitäten zum Testen auf das neue Coronavirus SARS-CoV-2 zur Verfügung stehen [1]. Nach der Devise „in der Krise gemeinsam handeln“ arbeitet in einer bislang einzigartigen Kooperation die Abteilung Diagnostik des CVUA Stuttgart mit dem Labor des Landesgesundheitsamtes (LGA) Baden-Württemberg zusammen. Wie schon in der Stuttgarter Zeitung vom 5. April 2020 ausführlich berichtetet wurde [2], können wir uns im CVUA ganz dem Testen der Proben widmen, da die „Verwaltung“ der Proben inkl. Erfassung der Patientendaten und Befunderstellung in den Händen der Ärzte des LGA liegt.

 

Abb. 1: Untersuchung von Proben unter erhöhten Sicherheitsbedingungen.

Abb. 1: Untersuchung von Proben unter erhöhten Sicherheitsbedingungen

In den letzten drei Wochen ist die Covid-Probenanzahl von 50 bis 70 pro Tag auf mehr als 200 angestiegen. Das ständige Training der Mitarbeiter und die Geräteausstattung am CVUA Stuttgart, die auf das Ziel „Fit für den (Tier-)Seuchenfall“ ausgerichtet sind, haben sich hierbei mehr als bezahlt gemacht. Der Umgang mit Humanproben unterscheidet sich nämlich nicht wesentlich vom Umgang mit Tierproben, die Labormethoden sind sogar nahezu identisch. Aus diesem Grund gelang es uns in so kurzer Zeit, die kompletten Diagnostikprozesse unter hohen Qualitätsstandards zu etablieren und die Probenzahlen deutlich zu steigern.

 

Sicherheit geht vor, deshalb untersuchen wir auf SARS-CoV-2 unter erhöhten Sicherheitsbedingungen. Eine Virusverschleppung muss genauso wie im Falle einer Tierseuche ausgeschlossen werden. Dies ist für ein veterinärmedizinisches Labor Standard, da im Umgang mit Probenmaterial immer eine mögliche Infektion der Mitarbeiter und eine Erregerverschleppung verhindert werden muss (Abb. 1). Das Tragen von Schutzmasken gehört selbstverständlich dazu. Zusätzliche, vorsorgliche Sicherheitsmaßnahmen, die eine mögliche gegenseitige Ansteckung verhindern sollen, sind eher ungewohnt. Es sind Sicherheitsmaßnahmen, die im gesamten Laboralltag etabliert wurden. Die Arbeitsprozesse, die Teams und auch die Laufwege wurden alle so umgestellt und organisiert, dass ein Kontakt unter Mitarbeitern möglichst vermieden wird. Der Abstand zwischen Mitarbeitenden beträgt mindestens zwei Meter, und auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wurde konsequent eingeführt. Dies dient dazu, uns vor gegenseitiger Ansteckung zu schützen, um so einerseits die Verbreitung des Virus zu stoppen und andererseits auch im Falle einer Ansteckung voll einsatzfähig zu bleiben.

 

Da molekularbiologische Nachweismethoden wie die PCR das Erbgut des Virus nachweisen, nicht aber komplette Viruspartikel, haben wir versucht, das SARS-CoV-2 direkt aus einem Rachenabstrich mit Hilfe des Transmissionselektronenmikroskops nachzuweisen. Dies gelang uns aus einer der ersten, stark positiven Tupferproben (Abb. 2).

 

Abb. 2: SARS-CoV-2 aus einer Rachenabstrichprobe eines Menschen, Transmissionselektronenmikroskop (TEM), Vergrößerung 200.000-fach.

Abb. 2: SARS-CoV-2 aus einer Rachenabstrichprobe eines Menschen, Transmissionselektronenmikroskop (TEM), Vergrößerung 200.000-fach. Bildquelle: Bildergalerie Viren CVUAS

 

Die Bewältigung der Coronavirus-Pandemie erfordert alle verfügbaren Kräfte, wie auch Minister Hauk betonte: „Alle sind gefordert, sich den Herausforderungen durch COVID-19 zu stellen und ihren Teil dazu beizutragen, diese zu bewältigen.“ Gemeinsames Handeln und die effiziente Nutzung vorhandener Ressourcen werden helfen, die Herausforderungen zu meistern.

 

Bildernachweis

CVUA Stuttgart

 

Quellen

[1] Staatsministerium Baden-Württemberg, 26.03.2020: Zusätzliche Laborkapazitäten für Corona-Test.

[2] Stuttgarter Zeitung, 05. April 2020 (Autor: Michael Käfer): Corona-Krise – Auch in Fellbach gibt es nun Corona-Tests.

 

Bericht erschienen am 05.05.2020 11:29:56

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