Das CVUA Sigmaringen stellt seinen Jahresbericht 2025 vor

Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Sigmaringen veröffentlichte heute im Rahmen einer Pressekonferenz seinen Jahresbericht 2025.
Das CVUA Sigmaringen hat im vergangenen Jahr 8.414 Proben untersucht. Davon wurden 1.283 (ca. 15 %) beanstandet. Die Ursache für Beanstandungen lag bei 63 % der beanstandeten Proben in unzureichender und/oder irreführender Kennzeichnung bzw. Aufmachung der Lebensmittel- oder Tabakproben, begründet durch Kennzeichnungsmängel selbst oder aufgrund dessen, dass Inhalt und Angaben nicht übereinstimmten. 11 % der beanstandeten Proben Lebensmittel- oder Trinkwasserproben wurden wegen mikrobiologischen Verunreinigungen beanstandet.
Als gesundheitsschädlich mussten insgesamt 50 Proben (0,59 %) beurteilt werden, davon 44 Proben „Nikotine-Pouches“ aus dem Tabakbereich und nur sechs Lebensmittelproben, erfreulicherweise keine Probe aufgrund von mikrobiologischen Verunreinigungen. Bei den Proben aus dem Tabakbereich handelte es sich um tabakfreie Portionsbeutel, die seit mehreren Jahren als grundsätzlich nicht verkehrsfähig und zudem nach toxikologischer Bewertung aufgrund hoher Nikotinmengen auch als gesundheitsschädlich beanstandet werden. Bei den sechs Lebensmittelproben handelte es in einem Fall um Butterhörnchen mit einem eingebackenem Metalldraht, der dazu geeignet war Verletzungen beim Verzehr zu verursachen. In den fünf anderen Proben wurden nicht deklarierte Allergene in einer Höhe nachgewiesen, die bei entsprechenden Allergikern gesundheitsschädliche Auswirkungen nach sich gezogen hätten.
Unser Zentrallabor für Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) hat sich im letzten Jahr u. a. mit Weintrauben beschäftigt, und Rosinen, Traubensäfte sowie Weine auf verschiedene Mykotoxine untersucht. In einem Übersichtsartikel dazu sind die Untersuchungsergebnisse zusammengefasst.
Warum durchsichtige Verpackungen bei Nüssen, zwar ansprechend aussehen, aber für die Haltbarkeit keine gute Wahl sind und auf was Verbraucher zu Hause bei der Lagerung achten sollten, erklärt ein Artikel aus unserem Zentrallabor für Hülsenfrüchte, Ölsamen und Schalenobst.
Marmelade darf nun grundsätzlich wieder Marmelade heißen. Warum? Damit beschäftigten sich unsere Sachverständigen aus unserem Konfitürenlabor und erklären die Hintergründe der neuen Konfitürenverordnung.
In einem Projekt hat unser Labor für tierische Lebensmittel explizit an Kinder gerichtete Milcherzeugnisse, Käse, Wurstwaren und Speiseeis untersucht sowie deren werbende Aufmachung mit vielen nährwertbezogenen und gesundheitsbezogenen Angaben unter die Lupe genommen.
In der Mikrobiologie befasst sich ein Artikel damit, ob der unmittelbare Verzehr von Rohmilch wirklich eine gute Idee ist und klärt über den mikrobiologischen Status von Rohmilch aus Bauernhöfen auf.
Neben Lebensmitteln werden am CVUA Sigmaringen auch Tabakwaren und Trinkwasser untersucht. Wir berichten daher in einem Artikel von unseren Untersuchgen zu Legionellen im Trinkwasser und unser Tabaklabor erläutert die gesundheitlich bedenkliche Verwendung von Kühlstoffen (Cooling Agents) in Flüssigkeiten (E-Liquids) für E-Zigaretten.
Diese und weitere Artikel, zu z. B. Schädlingsbefall bei Reis, Nickelgehalte in Fruchtsäften, toxikologisch relevante Cumaringehalte in Tonkabohnen, Pflanzentoxinen in Mandeln und Mohn, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) in geräucherten Lebensmitteln und Säuglingsnahrung oder zu Trifluoressigsäure in Trinkwasser können Sie ausführlich in unserem Bericht nachlesen. Dazu geben wir viele Hintergrund-Informationen und Tipps in unseren blau hinterlegten Infokästen. Unsere eigenen Jahres-Highlights, Einblicke in unser Amt sowie Zahlen und Fakten runden den Jahresbericht ab.
Den vollständigen Jahresbericht 2025 des CVUA Sigmaringen finden Sie auf unserer Homepage unter
Hintergrundinformationen:
Das CVUA Sigmaringen ist als technische Fachbehörde im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung für den gesundheitlichen Verbraucherschutz für das Land Baden-Württemberg tätig. Zu den Dienstaufgaben gehören die chemisch-analytischen und mikrobiologischen Untersuchungen und Beurteilungen von Lebensmitteln, Trinkwasser und Tabakerzeugnissen. Das CVUA Sigmaringen ist in Baden-Württemberg Zentrallabor für Tabakerzeugnisse, Fruchtsäfte und Konfitüren, Getreideprodukte, Aromastoffe, Hülsenfrüchte, Ölsamen und Schalenobst sowie für vegane Milchersatzprodukte. Ebenso werden zentral Lebensmittel auf Mykotoxine und Rückstände in Trinkwasser untersucht. Darüber hinaus ist das CVUA Sigmaringen Schwerpunktlabor für Milch und Milcherzeugnisse im Zuständigkeitsbereich der Regierungsbezirke Freiburg, Karlsruhe und Tübingen. Weiter werden für den Zuständigkeitsbereich des Regierungsbezirks Tübingen mit ca. 1,8 Millionen Einwohnern Backwaren, Teigwaren, Fleischerzeugnisse sowie Speiseeis untersucht. Grundlage für die Untersuchung und Beurteilung der Proben sind zahlreiche gesetzliche Vorschriften auf europäischer und nationaler Ebene, die den Verbraucher vor gesundheitlichem Schaden und vor Täuschung schützen. Durch Mitarbeit in nationalen und internationalen Gremien und ständiger Fortbildung befinden sich die Sachverständigen auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und Forschung. Im CVUA Sigmaringen arbeiten ca. 115 Beschäftigte: Sachverständige Lebensmittelchemiker/Tierärzte, Labormitarbeiter, Verwaltungsmitarbeiter. Pro Jahr werden über 8.000 Proben untersucht und beurteilt.