Rückstände und Kontaminanten in Frischobst aus konventionellem Anbau 2021

Ein Bericht aus unserem Laboralltag

Kathi Hacker, Florian Hägele und Ellen Scherbaum

 

Zusammenfassung

Die Untersuchungen von frischem Obst aus konventionellem Anbau zeigen z. T. eine Verschlechterung der Rückstandssituation im Vergleich zum Vorjahr. Besonders auffällig waren exotische Früchte – insbesondere Granatäpfel und Maracuja. Bei drei der untersuchten Proben waren die nachgewiesenen Pestizidgehalte gesundheitlich relevant. Unser Tipp generell: Waschen Sie Obst vor dem Verzehr mit warmem Wasser ab, ein Teil der Rückstände lässt sich so entfernen.

 

Schmuckelement.

Übersicht

Im Jahr 2021 wurden am CVUA Stuttgart insgesamt 752 Proben Frischobst aus konventionellem Anbau auf Rückstände von über 700 verschiedenen Pestiziden, Pestizidmetaboliten sowie Kontaminanten untersucht (über 1000 Stoffe inklusive Screening Methoden). 711 dieser Proben (95 %) wiesen Rückstände von insgesamt 192 verschiedenen Pestizid-Wirkstoffen auf (gemäß den gesetzlichen Definitionen). Insgesamt wurden 4556 Rückstände quantifiziert.

 

Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Beanstanungsquote bezüglich Höchstgehaltsüberschreitungen deutlich angestiegen: bei 69 Obstproben (9,2 %) wurden Überschreitungen der Höchstgehalte festgestellt (zum Vergleich, im Jahr 2020: 5,3 %, im Jahr 2019: 5,7 % (3,1 % ohne formale Chloratbeanstandungen1), im Jahr 2018: 7,0 % (4,6 % ohne formale Chloratbeanstandungen), 2017: 7,0 % (4,1 % ohne formale Chloratbeanstandungen). Insgesamt wurden im Berichtsjahr Höchstmengenüberschreitungen bei 45 unterschiedlichen Stoffen festgestellt. Dabei gab es keinen Hotspot bezüglich einer bestimmten Matrix-Wirkstoff Kombination, d. h. selbst bei den Auffälligen Granatäpfeln war nicht nur ein Stoff auffällig.

 

Betrachtet man die Herkunftsländer mit der höchsten Quote an Überschreitungen genauer, so zeigt sich, dass in den Top 5 überwiegend Drittländer vertreten sind (siehe Tabelle 1).

 

Tabelle 1: Überschreitungen von Höchstgehalten in Obstproben aus konv. Anbau differenziert nach Herkunft; Probenzahlen pro Land = 10 (CVUAS 2021)
Land
Länderkategorie
Probenzahl
Anzahl Proben   Höchstgehalt (%)
Türkei
Drittland
65
33 (51 %)
Brasilien
Drittland
25
6 (24 %)
Kolumbien
Drittland
19
4 (21 %)
China
Drittland
10
2 (20 %)
Niederlande
EU-Land
10
1 (10 %)
Südafrika
Drittland
48
3 (6,3 %)
Italien
EU-Land
72
4 (5,6 %)
Spanien
EU-Land
164
6 (3,7 %)
Deutschland
Inland
159
5 (3,1 %)
Peru
Drittland
37
-
Costa Rica
Drittland
15
-
Indien
Drittland
11
-
Ghana
Drittland
10
-
Marokko
Drittland
10
-

 

Infokasten

Rückstandshöchstgehalte

Rückstandshöchstgehalte sind keine toxikologischen Endpunkte oder toxikologische Grenzwerte. Sie werden aus Rückstandsversuchen abgeleitet, die unter realistischen Bedingungen durchgeführt werden. Danach erfolgt eine Gegenüberstellung der zu erwartenden Rückstände mit den toxikologischen Grenzwerten, um die gesundheitliche Unbedenklichkeit bei lebenslanger und ggf. einmaliger Aufnahme sicherzustellen. Rückstandshöchstgehalte regeln den Handel und dürfen nicht überschritten werden. Ein Lebensmittel mit Rückständen über dem Rückstandshöchstgehalt ist nicht verkehrsfähig, darf also nicht verkauft werden. Nicht jede Überschreitung von Rückstandshöchstgehalten geht jedoch mit einem gesundheitlichen Risiko einher. Hier ist eine differenzierte Betrachtung erforderlich.

 

Ergebnisse im Detail

Alle Proben wurden routinemäßig mit der QuEChERS-Multi-Methode und mit der QuPPe-Methode (für sehr polare Stoffe) auf über 700 Stoffe untersucht. Zählt man die Stoffe hinzu die per sog. Screening Methoden erfasst werden, sind es insgesamt über 1000 Stoffe. Tabelle 2 gibt einen Überblick über die untersuchten Obstproben aufgeschlüsselt nach dem Herkunftsgebiet.

 

Tabelle 2: Rückstände an Pestiziden in Obstproben aus konventionellem Anbau differenziert nach Herkunft (CVUAS 2021)
Frischobst
ProbenInland
Proben anderer EU-Länder
Proben Drittländer
Proben unbekannter Herkunft
Proben Gesamt
Anzahl Proben
159
267
304
22
752
davon mit Rückständen
154 (97 %)
256 (96 %)
280 (92 %)
21 (95 %)
711 (95 %)
Proben über Höchstmenge
5 (3 %)
12 (4 %)
51 (17 %)
1 (5 %)
69 (9 %)
mittlerer Pestizidgehalt (mg/kg)
2,4
2,6
2,3
1,4
2,4
mittlerer Pestizidgehalt ohne Fosetyl (Summe) und Oberflächenbehandlungsmittel (mg/kg)*
0,28
0,45
0,62
0,26
0,48
Stoffe pro Probe
6,2
5,9
6,2
5,4
6

* Durch die vergleichsweise hohen Gehalte an Fosetyl (Summe) und an Oberflächenbehandlungsmitteln (Thiabendazol, Imazalil, Prochloraz und o-Phenylphenol) wird der mittlere Pestizidgehalt pro Probe stark beeinflusst. Deswegen wird der mittlere Pestizidgehalt pro Probe auch ohne diese Stoffe angegeben.

 

Die Proben stammten aus 47 verschiedenen Herkunftsländer, wobei die Mehrzahl aus Spanien (164), Deutschland (159), Italien (72), Türkei (65), Südafrika (48), Peru (37) und Brasilien (25) kamen.

 

Im Jahr 2021 wiesen 711 (95 %) der Obstproben Rückstände auf. Es wurden 192 verschiedene Pestizidwirkstoffe gemäß der Rückstandsdefinition (siehe Anlage 3 und 4) nachgewiesen (im Jahr 2020: 193 Wirkstoffe, im Jahr 2019: 190 Wirkstoffe, im Jahr 2018: 192 Wirkstoffe, im Jahr 2017: 190 Wirkstoffe, im Jahr 2016: 188 Wirkstoffe; im Jahr 2015: 179 Wirkstoffe). Der mittlere Pestizidgehalt lag bei den untersuchten Proben bei 0,48 mg/kg (ohne Fosetyl (Summe) sowie ohne die Oberflächenbehandlungsmittel, die hauptsächlich auf der Schale von Zitrusfrüchten, z. T. auch bei Kernobst und exotischen Früchten in größeren Mengen vorkommen).

 

Sechs der 2021 untersuchten Obstproben aus konventionellem Anbau wiesen Gehalte auf, die bei der Anwendung des EFSA PRIMo-Modells der EU eine Ausschöpfung der ARfD (siehe Infokasten) über 100 % ergab:

  • 3x Tafeltrauben aus der Türkei mit Acetamiprid-Rückständen
  • Tafeltrauben aus Spanien mit Lambda-Cyhalothrin-Rückständen
  • Birnen aus den Niederlande mit Nikotin-Rückständen
  • Mandarinen aus der Türkei mit Prochloraz-Rückständen

Die Birnenprobe mit Nikotin-Rückständen und zwei Tafeltraubenproben mit Acetamiprid-Rückständen wurden aufgrund der Ausschöpfung der ARfD von über 200 % als gesundheitsschädliches Lebensmittel (i. S. von Art. 14 Abs. 2 a VO (EG) Nr. 178/2002) eingestuft (zum Thema Nikotin siehe auch [1]).

Die Tafeltraubenprobe mit Lambda-Cyhalothrin-Rückständen sowie eine der Tafeltraubenproben mit Acetamiprid-Rückständen wurden als nicht zum Verzehr geeignet (i. S. von Art. 14 Abs. 2 b VO (EG) Nr. 178/2002)) beurteilt, da die ARfD Ausschöpfung zwischen 100 % und 200 % lag.

Bei Mandarinen ist die Bewertung der akuten Gesundheitsgefährdung durch den Verzehr der Früchte nicht so einfach, da die Proben zur Überprüfung der gesetzlich festgelegten Rückstandshöchstgehalte mit der Schale untersucht werden müssen. Somit ist eine belastbare Risikoabschätzung für den essbaren Anteil schwierig.

 

Infokasten

Akute Referenzdosis (Acute Reference Dose, ARfD)

Zur Bewertung von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen, die eine hohe akute Toxizität aufweisen und schon bei einmaliger oder kurzzeitiger Aufnahme gesundheitsschädliche Wirkungen auslösen können, eignet sich der ADI-Wert (acceptable daily intake) nur eingeschränkt. Da er aus längerfristigen Studien abgeleitet wird, charakterisiert er eine akute Gefährdung durch Rückstände in der Nahrung möglicherweise unzureichend. Deshalb wurde neben dem ADI-Wert ein weiterer Expositionsgrenzwert eingeführt, die sogenannte akute Referenzdosis (acute reference dose, ARfD). Die Weltgesundheitsorganisation hat die ARfD als diejenige Substanzmenge definiert, die über die Nahrung innerhalb eines Tages oder mit einer Mahlzeit aufgenommen werden kann, ohne dass daraus ein erkennbares Gesundheitsrisiko für den Verbraucher resultiert. Anders als der ADI- wird der ARfD-Wert nicht für jedes Pflanzenschutzmittel festgelegt, sondern nur für solche Wirkstoffe, die in ausreichender Menge geeignet sind, schon bei einmaliger Exposition die Gesundheit zu schädigen.

 

EU Pesticides database

EFSA calculation model Pesticide Residue Intake Model “PRIMo”– revision 3.1

 

Tabelle 3 zeigt die Untersuchungsergebnisse in der Übersicht für die verschiedenen Obstgruppen.

 

Tabelle 3: Rückstände in Obstproben aus konventionellem Anbau differenziert nach Obstarten (CVUAS 2021)
Matrix
Anzahl Proben
Proben mit Rückständen
Proben mit Mehrfach-rückständen
Proben > Höchstgehalt
Anzahl Befunde > Höchstgehalt
Stoffe über dem Höchstgehalt*
Beerenobst
168
167 (99 %)
161 (96 %)
10 (6 %)
10
Acetamiprid (3x); Abamectin, Summe (3x); Chlorat; Carbendazim, Summe; Lambda-Cyhalothrin; Chlormequatchlorid, Summe
Exotische Früchte
188
160 (85 %)
137 (73 %)
26 (14 %)
51
Fosetyl, Summe (9x); Acetamiprid (9x); Sulfoxaflor (4x); Spirodiclofen (2x); Profenofos (2x); Chlorfenapyr (2x); Propiconazol (2x); Lambda-Cyhalothrin (2x); Deltamethrin (2x); Chlorthalonil; Imazalil; Tau-Fluvalinat; Acephat; Glyphosat; Chlorpyrifos; Methamidophos; Dithiocarbamate; Cyromazin; Thiacloprid; Fludioxonil; Boscalid; Nikotin; Azoxystrobin; Thiabendazol; Fenvalerat u Esfenvalerat, Summe; Spirotetramat, Summe
Kernobst
111
110 (99 %)
107 (96 %)
7 (6 %)
7
Novaluron (2x); Diflubenzuron (2x); Ethephon; Bifenthrin; Nikotin
Steinobst
139
134 (96 %)
128 (92 %)
11 (8 %)
11
Fosetyl, Summe (3x); Glyphosat; Acetamiprid; Glufosinat, Summe; Dodin; Tebufenozid; Lambda-Cyhalothrin; Permethrin; Nikotin
Zitrusfrüchte
146
140 (96 %)
137 (94 %)
15 (10 %)
27
Chlorpyrifos (8x); Chlorpyrifos-methyl (6x); Buprofezin (3x); Fenbutatin-oxid (2x); Pirimiphos-methyl; Profenofos; Chlorfenapyr; Myclobutanil; Thiacloprid; Propiconazol; Prochloraz, Summe; Captan, Summe
SUMME
752
711 (95 %)
670 (89 %)
69 (9 %)
 
 

* Einzelne Proben enthielten mehr als nur einen Stoff über dem Höchstgehalt

 

Exotische Früchte und Zitrusfrüchte wiesen prozentual am häufigsten Überschreitungen der Höchstgehalte auf. Anlage 1 listet die Höchstmengenüberschreitungen in konventionell erzeugtem Frischobst auf. Besonders auffällig waren hier Proben aus der Türkei mit 33 von 65 Proben über den Höchstgehalten (51 %), davon 14 Granatapfelproben. Die Anlagen 2 und 3 zeigen die Häufigkeitsverteilung der nachgewiesenen Wirkstoffe.

 

Darstellung der Ergebnisse für die einzelnen Obstarten

Beerenobst enthielt durchschnittlich 6,9 verschiedene Wirkstoffe pro Probe und wies im Schnitt 0,54 mg Pestizide pro kg (mittlerer Pestizidgehalt ohne Fosetyl Summe und Oberflächenbehandlungsmittel) auf. Die empfindlichen Früchte sind anfällig für Pilzerkrankungen, vor allem bei feuchter Witterung, so dass je nach Wetterlage vermehrt Fungizide zum Einsatz kommen.

 

Insgesamt wurden 48 Erdbeerproben untersucht, davon waren 35 einheimisch und 12 stammten aus Spanien. In allen Erdbeeren konnten Rückstände nachgewiesen werden. Bei einer Erdbeerprobe aus Spanien wurde eine Höchstgehaltsüberschreitung von Chlorat festgestellt. Eine einheimische Probe enthielt Chlormequat-Rückstände über dem Höchstgehalt, ein Wachstumsregulator der im Getreideanbau verwendet wird, und wahrscheinlich durch Abdrift vom Nachbarfeld herrühren. Wie in den Vorjahren, wurden die Wirkstoffe Fludioxonil, Cyprodinil, Fosetyl (Summe), Trifloxystrobin und Fluopyram (alles Fungizide) am häufigsten in Erdbeeren nachgewiesen. In einer einheimischen Erdbeerprobe wurden 11 verschiedene Wirkstoffe gefunden.

 

Auch Tafeltrauben wiesen häufig zahlreiche Wirkstoffe auf, bei einer Probe waren es 26 verschiedene Stoffe. Insgesamt wurden 64 Tafeltraubenproben untersucht – wobei 15 Proben aus Italien, 11 Proben aus Indien, 9 Proben aus der Türkei und je 8 Proben aus Peru und Südafrika stammten. Auch hier wurden Fungizide am häufigsten nachgewiesen (Fosetyl (Summe), Fluopyram, Dimethomorph, Boscalid und Penconazol), sowie die Insektizide Spirotetramat und Acetamiprid. Im Vergleich zum Vorjahr gab es bezüglich den Höchstgehaltsüberschreitungen eine deutliche Verschlechterung, 11 % im Berichtsjahr vs. 3 % in 2020.

 

Tabelle 4: Rückstände in Beerenobst aus konventionellem Anbau (CVUAS 2021)
Matrix
Anzahl Proben
Proben mit Rückständen
Proben mit Mehrfach-rückständen
Proben > Höchstgehalt
Stoffe über dem Höchstgehalt
Erdbeere
48
48 (100 %)
47 (98 %)
2 (4 %)
Chlorat; Chlormequatchlorid, Summe
Heidelbeere
36
36 (100 %)
33 (92 %)
1 (3 %)
Carbendazim, Summe
Himbeere
10
9 (90 %)
7 (70 %)
-
 
Johannisbeere
10
10 (100 %)
10 (100 %)
-
 
Tafelraube
64
64 (100 %)
64 (100 %)
7 (11 %)
Abamectin, Summe (3x); Acetamiprid (3x); Lambda-Cyhalothrin
SUMME
168
167 (99 %)
161 (96 %)
10 (6 %)
 

 

Kernobst enthielt im Schnitt 7,8 verschiedene Wirkstoffe pro Probe und wies durchschnittlich 0,44 mg Pestizide pro kg auf (mittlerer Pestizidgehalt ohne Fosetyl Summe und Oberflächenbehandlungsmittel).

 

Tabelle 5: Rückstände in Kernobst aus konventionellem Anbau (CVUAS 2021)
Matrix
Anzahl Proben
Proben mit Rückständen
Proben mit Mehrfach-rückständen
Proben > Höchstgehalt
Stoffe über dem Höchstgehalt
Apfel
62
62 (100 %)
62 (100 %)
-
 
Birne
41
40 (98 %)
39 (95 %)
3 (7 %)
Diflubenzuron (2x); Nikotin
Mispel
4
4*
2
1
Ethephon
Quitte
4
4
4
3
Novaluron (2x); Bifenthrin
SUMME
111
110 (99 %)
107 (96 %)
7 (6 %)
 

* Probenzahl unter 5 keine prozentuale Angabe

 

Konventionell erzeugte Äpfel und Birnen weisen sehr häufig Pflanzenschutzmittelrückstände auf. Insgesamt wurden 62 Apfelproben untersucht, davon waren 57 einheimisch. Desweiteren wurden 41 Birnenproben unter die Lupe genommen, davon 9 aus Deutschland. Während keine der untersuchten Apfelproben auffällig waren, wiesen 2 türkische Birnen und 1 Birnenprobe aus den Niederlanden jeweils eine Höchstgehaltsüberschreitung auf.

 

Steinobst enthielt im Schnitt 5,8 verschiedene Wirkstoffe pro Probe und wies durchschnittlich 0,23 mg Pestizide pro kg (mittlerer Pestizidgehalt ohne Fosetyl Summe und Oberflächenbehandlungsmittel) auf. Damit enthält Steinobst im Vergleich zu anderen Obstarten die wenigsten Rückstände. Die Proben stammten überwiegend aus Spanien (41 Proben), Deutschland (33 Proben), Italien (16 Proben) und der Türkei (13 Proben).

 

Im Vergleich zum Vorjahr fielen einheimische Zwetschgen/Pflaumen aufgrund von Höchstgehaltsüberschreitungen auf: 4 von 22 Proben wurden beanstandet (2020 waren alle 18 einheimischen Zwetschgen unauffällig gewesen). Dies liegt eventuell daran, dass es 2021 in Baden-Württemberg durch Blütenfrost, Starkregen und Hagelschläge Ernteeinbrüche bei Zwetschgen gab und somit ein höherer Einsatz an Pestiziden nötig war um die Resternte zu sichern. Desweiteren waren jeweils eine Probe aus Südafrika und der Republik Moldau nicht verkehrsfähig.

 

Dagegen waren einheimische Süßkirschen unauffällig, hier mussten nur 3 Süßkirschenproben mit Herkunft Türkei aufgrund von Höchstgehaltsüberschreitungen beanstandet werden.

 

Tabelle 6: Rückstände in Steinobst aus konventionellem Anbau (CVUAS 2021)
Matrix
Anzahl Proben
Proben mit Rückständen
Proben mit Mehrfach-rückständen
Proben > Höchstgehalt
Stoffe über dem Höchstgehalt
Aprikose
23
23 (100 %)
21 (91 %)
1 (4 %)
Dodin
Avokado
13
9 (69 %)
7 (54 %)
1 (8 %)
Lambda-Cyhalothrin
Mirabelle
4
4*
4
-
 
Nektarine
16
16 (100 %)
16 (100 %)
-
 
Pfirsich
18
18 (100 %)
18 (100 %)
-
 
Pflaume
44
43 (98 %)
41 (93 %)
6 (14 %)
Acetamiprid; Fosetyl, Summe; Glyphosat; Nikotin; Permethrin; Tebufenozid
Süßkirsche
21
21 (100 %)
21 (100 %)
3 (14 %)
Fosetyl, Summe (2x); Glufosinat, Summe
SUMME
139
134 (96 %)
128 (92 %)
11 (8 %)
 

* Probenzahl unter 5 keine prozentuale Angabe

 

Zitrusfrüchte enthielten im Mittel 7,2 verschiedene Wirkstoffe und wiesen im Mittel 0,64 mg Pestizide pro kg (mittlerer Pestizidgehalt ohne Fosetyl Summe und Oberflächenbehandlungsmittel) auf. Wenn die Oberflächenbehandlungsmittel Thiabendazol, Imazalil, Prochloraz und o-Phenylphenol, die z. T. auf der Schale von Zitrusfrüchten in größeren Mengen eingesetzt werden, in die Berechnung einfließen, ergibt sich ein Mittel von 1,9 mg Pestizide pro kg. Fast die Hälfte der untersuchten Zitrusfrüchte stammte aus Spanien und keine dieser Proben wies eine Höchstgehaltsüberschreitung auf. Dafür fielen vermehrt Zitrusfrüchte v. a. aus der Türkei, China und Italien aufgrund von Chlorpyrifos- und Chlorpyrifos-methyl-Rückständen auf (siehe hierzu gesondertes Kapitel).

 

Tabelle 7: Rückstände in Zitrusfrüchten aus konventionellem Anbau (CVUAS 2021)
Matrix
Anzahl Proben
Proben mit Rückständen
Proben mit Mehrfach-rückständen
Proben > Höchstgehalt
Stoffe über dem Höchstgehalt**
Clementine
28
28 (100 %)
28 (100 %)
1 (4 %)
Chlorpyrifos; Pirimiphos-methyl
Grapefruit
20
20 (100 %)
20 (100 %)
3 (15 %)
Chlorpyrifos-methyl (3x); Buprofezin (2x); Chlorpyrifos (2x); Thiacloprid
Kumquat
3
1*
-
-
 
Limette
11
10 (91 %)
9 (82 %)
3 (27 %)
Chlorfenapyr; Chlorpyrifos; Profenofos
Mandarine
13
13 (100 %)
13 (100 %)
1 (8 %)
Prochloraz, Summe
Orange
30
28 (93 %)
27 (90 %)
3 (10 %)
Buprofezin; Captan, Summe; Chlorpyrifos; Chlorpyrifos-methyl; Fenbutatin-oxid; Propiconazol
Pomelo
10
10 (100 %)
10 (100 %)
2 (20 %)
Chlorpyrifos (2x); Myclobutanil
Satsumas
2
2
2
-
 
Zitrone
29
28 (97 %)
28 (97 %)
2 (7 %)
Chlorpyrifos-methyl (2x); Chlorpyrifos; Fenbutatin-oxid
SUMME
146
140 (96 %)
137 (94 %)
15 (10 %)
 

* Probenzahl unter 5 keine prozentuale Angabe

** Einzelne Proben enthielten mehr als nur einen Stoff über dem Höchstgehalt

 

Exotische Früchte enthielten durschschnittlich 3,5 verschiedene Wirkstoffe pro Probe und wiesen im Mittel 0,50 mg Pestizide pro kg (mittlerer Pestizidgehalt ohne Fosetyl Summe und Oberflächenbehandlungsmittel) auf. Exotische Früchte haben die größte Quote an Höchstgehaltsüberschreitungen, da sie häufig aus sog. Drittländern kommen, in denen andere klimatische Bedingungen herrschen und auch andere Pestizide zugelassen sind.

 

Die Situation bei den Granatäpfeln hat sich leider weiterhin verschlechtert. Während die Beanstandungsquote in 2018 und 2019 mit 13 % bzw. 10 % schon vergleichsweise hoch waren, wurde 2020 mit 24 % Höchstgehaltsüberschreitungen bereits ein deutlicher Anstieg verzeichnet. In 2021 wurden gegenwärtig in 44 % der Granatapfelproben (überwiegend aus der Türkei) Höchstgehaltsüberschreitungen festgestellt. Einen plausiblen Grund für den Anstieg der Beanstanungsquote ist nicht ersichtlich, da diverse Pestizide betroffen sind. Auch gab es bei diesen Stoffen in den letzten 2 Jahren keine Änderungen der Höchstgehalte bei Granatäpfeln (außer einer Höchstgehalts-Absenkung bei Propiconazol ab September 2021; bei Boscalid und Fosetyl (Summe) wurden im Laufe des Berichtsjahres die Höchstgehlte sogar erhöht). Eine mögliche Ursache ist ggf. der vermehrte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei türkischen Granatäpfeln aufgrund eines geringeren Ernteertrages in 2021 wegen ungewöhnlicher Kälte während der Blütezeit.

 

Bei Maracuja waren 40 % der Proben auffällig: 4 von 10 Proben wiesen Höchstgehaltsüberschreitungen auf (im Vergleich, 2020 waren es 2 von 8 Proben). Drei der beanstandeten Proben kamen aus Kolumbien, eine aus Südafrika. Die Proben aus Kolumbien wiesen sogar Mehrfachhöchstgehaltsüberschreitungen von bis zu 4 Stoffen auf.

 

Tabelle 8: Rückstände in exotischen Früchten aus konventionellem Anbau (CVUAS 2021)
Matrix
Anzahl Proben
Proben mit Rückständen
Proben mit Mehrfach-rückständen
Proben > Höchstgehalt
Stoffe über dem Höchstgehalt**
Ananas
11
11 (100 %)
11 (100 %)
-
 
Banane
25
24 (96 %)
24 (96 %)
-
 
Dattel
1
1*
-
-
 
Feige
8
3 (38 %)
1 (13 %)
-
 
Granatapfel
39
39 (100 %)
36 (92 %)
17 (44 %)
Acetamiprid (8x); Fosetyl, Summe (7x); Sulfoxaflor (4x); Lambda-Cyhalothrin (2x); Propiconazol (2x); Azoxystrobin; Boscalid; Cyromazin; Deltamethrin; Fenvalerat u Esfenvalerat, Summe; Glyphosat; Imazalil; Spirodiclofen; Tau-Fluvalinat; Thiabendazol
Johannisbrot
2
1
-
-
 
Kakifrucht
14
12 (86 %)
9 (64 %)
1 (7 %)
Fludioxonil
Kaktusfeige
8
3 (38 %)
1 (13 %)
-
 
Kapstachelbeere
3
2
2
-
 
Kiwi
13
12 (92 %)
11 (85 %)
-
 
Kochbanane
2
2
2
1
Chlorthalonil
Longan
1
1
1
1
Acetamiprid; Profenofos; Spirodiclofen
Mango
38
35 (92 %)
29 (76 %)
1 (3 %)
Acephat; Methamidophos
Maracuja
10
10 (100 %)
8 (80 %)
4 (40 %)
Chlorfenapyr (2x); Chlorpyrifos; Deltamethrin; Dithiocarbamate; Fosetyl, Summe; Nikotin; Profenofos; Spirotetramat, Summe; Thiacloprid
Papaya
8
2 (25 %)
1 (13 %)
1 (13 %)
Fosetyl, Summe
Rhabarber
4
1
0
-
 
Tamarillo
1
1
1
-
 
SUMME
188
160 (85 %)
137 (73 %)
26 (14 %)
 

* Probenzahl unter 5 keine prozentuale Angabe

** einzelne Proben enthielten mehr als nur einen Stoff über dem Höchstgehalt

 

Mehrfachrückstände

Rückstände mehrerer Pestizide waren auch im Jahr 2021 bei Obst sehr häufig nachweisbar: 670 Obstproben (89 %) wiesen zwei oder mehr Rückstände auf (im Jahr 2020: 92 %, im Jahr 2019: 90 %, im Jahr 2018: 89 %, im Jahr 2017: 91 %). Abbildung 1 zeigt Mehrfachrückstände in den verschiedenen Obstarten aus dem Jahr 2021. Die Spitzenreiter im Berichtsjahr waren, wie im Vorjahr auch, zwei Tafeltraubenproben aus der Türkei mit 25 bzw. 26 unterschiedlichen Wirkstoffen.

 

Die Rückstandsbefunde sind sehr stark von den untersuchten Proben und deren Herkunft abhängig. Da jedes Jahr andere Schwerpunkte gesetzt werden oder risikoorientiert bestimmte aktuelle Fragestellungen bearbeitet werden, sind die Ergebnisse eines Jahres als nicht repräsentativ anzusehen.

 

Abb. 1a: Balkendiagramm Mehrfachrückstände in Beerenobst (CVUAS 2021).

 

Abb. 1b: Balkendiagramm Mehrfachrückstände in Kernobst (CVUAS 2021).

 

Abb. 1c: Balkendiagramm Mehrfachrückstände in Zitrusfrüchten (CVUAS 2021).

 

Abb. 1d: Balkendiagramm Mehrfachrückstände in Steinobst (CVUAS 2021).

 

Abb. 1e: Balkendiagramm Mehrfachrückstände in exotischen Früchten (CVUAS 2021).

Abbildung 1: Mehrfachrückstände in verschiedenen Obstarten (CVUAS 2021)

 

Beim Vergleich der Anzahl an verwendeten Pestizidwirkstoffen muss berücksichtigt werden, dass die einzelnen Kulturen in den verschiedenen klimatischen Zonen einem unterschiedlich starken Schädlingsdruck ausgesetzt sind. Entsprechend individuell und unterschiedlich sind somit auch die erforderlichen Pflanzenschutzmaßnahmen.

 

Einzelne Stoffe mit Besonderheiten

1. Phosphonsäure

Rückstände an Phosphonsäure können als Folge der Anwendung der fungiziden Pflanzenschutzmittelwirkstoffe Fosetyl und Salze der Phosphonsäure (in Deutschland im Obst- und Gemüsebau, z. B. bei Trauben, Brombeeren und Erdbeeren zugelassen) sowie aus früheren Anwendungen von Pflanzenstärkungsmitteln (sog. Blattdünger) auftreten.

 

Als gesetzliche Höchstmenge ist die Summe aus Fosetyl und Phosphonsäure sowie deren Salzen festgesetzt. Bei Frischobst aus konventionellem Anbau wurde Phosphonsäure in 329 Proben, das entspricht 44 % aller untersuchten Obstproben, mit Gehalten bis 65,5 mg/kg berechnet als Fosetyl, Summe (in Erdbeeren aus Deutschland) nachgewiesen. Der Wirkstoff Fosetyl per se wurde in nur fünf Proben nachgewiesen (4x Tafeltrauben, 1x Mandarine; siehe Tabelle 9). 12 Proben wurden wegen einer Überschreitung der Höchstmenge an Fosetyl (Summe) beanstandet (siehe Anlage 1).

 

Aufgrund der durchschnittlich vergleichsweise hohen Rückstände an Phosphonsäure bzw. Fosetyl (Summe) wird der mittlere Pestizidgehalt pro Probe stark beeinflusst. In Tabelle 2 wird der mittlere Pestizidgehalt pro Probe deshalb auch ohne Fosetyl (Summe) angegeben.

 

Infokasten

Phosphonsäure und Fosetyl

Sowohl Fosetyl als auch Phosphonsäure sind in der EU zugelassene fungizide Wirkstoffe, die unabhängig vom Eintragsweg unter den Anwendungsbereich der VO (EG) Nr. 396/2005 fallen. Neben der Anwendung als Fungizid ist ferner ein Eintrag durch Düngemittel (sog. Blattdünger), die Phosphonate (Salze der Phosphonsäure) enthalten, denkbar. Diese Anwendung ist jedoch durch die Einstufung der Phosphonate als Fungizide seit dem Erntejahr 2014 nicht mehr möglich. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass die Pflanzen Phosphonsäure speichern und erst im Laufe der Zeit abgeben, so dass auch Jahre später noch Befunde auf eine früher zulässige Blattdünung zurückgehen können.

 

Tabelle 9: Phosphonsäure und Fosetyl-Rückstände in Obst aus konventionellem Anbau (CVUAS 2021)
Matrixgruppe Parametername
Anzahl positiver Befunde
Bereich (mg/kg)
Beerenobst Fosetyl
4
0,12 – 0,35
Fosetyl, Summe berechnet
89
0,071 – 65,5
bestimmt als Phosphonsäure  
0,053 – 48,8
Exotische Früchte Fosetyl, Summe berechnet
50
0,14 – 12,9
bestimmt als Phosphonsäure  
0,11 – 9,6
Kernobst Fosetyl, Summe berechnet
62
0,078 – 64,5
bestimmt als Phosphonsäure  
0,058 – 48,0
Steinobst Fosetyl, Summe berechnet
19
0,088 – 43,2
bestimmt als Phosphonsäure  
0,065 – 32,2
Zitrusfrüchte Fosetyl
1
0,066
Fosetyl, Summe berechnet
109
0,087 – 26,5
bestimmt als Phosphonsäure  
0,065 – 19,7

 

2. Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-Methyl

Das Insektizid und Akarizid Chlorpyrifos wird/wurde gegen saugende und beißende Insekten in der Landwirtschaft, zur Bekämpfung von Lagerschädlingen, in der Tierhaltung gegen Ektoparasiten und im Haushalt eingesetzt. Chlorpyrifos gehört zu der großen Gruppe der Phosphorsäureester, deren insektizide Wirkung auf einer Hemmung der Cholinesterase beruht. Ihr Siegeszug begann nach dem zweiten Weltkrieg. Im Unterschied zu den Organochlorverbindungen, die in der Umwelt persistent sind, bauen sich Organophosphate rasch ab. Ihre akute Toxizität ist zwar hoch, E605 (Parathion) erlangte zeitweise eine zweifelhafte Bekanntheit bei Selbstmorden (die Hemmung der Cholinesterase führt insbesondere zu Krämpfen des Magen-Darm-Traktes und kann den Tod durch Atemlähmung zur Folge haben), die chronische Toxizität wurde jedoch als eher gering eingeschätzt. In 2019 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine toxikologische Neubewertung von Chlorpyrifos vorgenommen und kam zum Schluß, dass es nicht die Kriterien, die für eine Verlängerung als zugelassener Stoff in der Europäischen Union vorgeschrieben sind, erfüllt. Dabei wurden Bedenken hinsichtlich möglicher genotoxischer sowie neurologischer Auswirkungen ermittelt. Dies bedeutet, dass für Chlorpyrifos keine toxikologischen Referenzwerte festgelegt werden konnten. Die Zulassung in der EU endete somit zum 16.02.2020. Ab 13.11.2020 wurden die Höchstgehalte für Obst allgemein auf 0,01 mg/kg abgesenkt.

 

Infokasten

Chlorpyrifos

  • Mitte der 60er Jahre wurde der Wirkstoff eingeführt
  • Viele Jahre sehr breit u.a. als Insektizid verwendet
  • Kontakt-, Fraß- und Atemgiftwirkung, nicht systemisch
  • 2019 erfolgte im Rahmen der Wiederzulassung eine Neubewertung: aufgrund von Hinweisen auf ein mutagenes Potential konnten keine toxikologischen Referenzwerte (ADI, ARfD) abgeleitet werden [3]
  • Ende der Zulassung in der EU zum 16.02.2020 (Übergangsfrist bis 18.04.2020)
  • Ab 13.11.20 gilt für Obst und Gemüse ein Höchstgehalt von 0,01 mg/kg

 

 

Trotz der zeitigen Bekanntgabe, dass die EU-Zulassung entfällt, und trotz der großzügigen Übergangsfristen wurden in 2021 in neun Obstproben aus konventionellem Anbau Chlorpyrifos-Rückstande über dem Höchstgehalt von 0,01 mg/kg nachgewiesen. Zwar sind die Gehalte in 2021 etwas niedriger als in den Vorjahren, es ist aber dennoch erstaunlich, dass es noch so viele Befunde gab – insgesamt 24 Befunde ≥ 0,002 mg/kg.

 

Tabelle 10: Chlorpyrifos-Rückstände in Obst aus konventionellem Anbau > 0,01 mg/kg (CVUAS 2019–2021)
Jahr
Obstsorte
Herkunftsland
Chlorpyrifos (mg/kg)
2021
 
 
 
 
 
 
 
 
Clementine
Türkei
0,1
Grapefruit
Türkei
0,012
Grapefruit
Türkei
0,014
Zitrone
Italien
0,24
Limette
Brasilien
0,012
Orange
Italien
0,012
Maracuja
Kolumbien
0,019
Pomelo
China
0,015
Pomelo
China
0,013
2020
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Banane
Costa Rica
0,16
Banane
Costa Rica
0,032
Banane
Ecuador
0,02
Banane
Panama
0,014
Birne
China
0,075
Limette
Brasilien
0,023
Limette
Brasilien
0,015
Orange
Marokko
0,041
Orange
Ägypten
0,059
Pomelo
China
0,02
2019
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Banane
Costa Rica
0,021
Banane
Ecuador
0,047
Clementine
Italien
0,013
Granatapfel
Türkei
0,026
Granatapfel
Türkei
0,015
Grapefruit
Türkei
0,28
Grapefruit
Türkei
0,02
Orange
Italien
0,026
Orange
Italien
0,088
Orange
Marokko
0,046
Orange
Südafrika
0,019
Orange
Italien
0,094
Pomelo
China
0,039
Quitte
Türkei
0,076

 

Zusammen mit Chlorpyrifos wurde außerdem die EU-Zulassung von Chlorpyrifos-methyl, einer strukturverwandten Verbindung, nicht mehr verlängert. Auch hier wurde der Höchstgehalt ab 13.11.2020 auf 0,01 mg/kg abgesenkt. Im Berichtsjahr gab es ebenso für Chlorpyrifos-methyl eine auffällig hohe Anzahl an Befunden über 0,01 mg/kg, (siehe Tabelle 11).

 

Tabelle 11: Chlorpyrifos-methyl-Rückstände in Obst aus konventionellem Anbau > 0,01 mg/kg (CVUAS 2019–2021)
Jahr
Obstsorte
Herkunftsland
Chlorpyrifos-methyl (mg/kg)
2021
 
 
 
 
 
Grapefruit
Türkei
0,33
Grapefruit
Türkei
0,068
Grapefruit
Türkei
0,11
Orange
Türkei
0,018
Zitrone
Italien
0,012
Zitrone
Türkei
0,045
2020
 
 
 
Orange
Spanien
0,035
Orange
Türkei
0,19
Orange
Spanien
0,018
Pfirsich
Italien
0,024
2019
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Apfel
Italien
0,04
Grapefruit
Türkei
0,22
Mandarine
Spanien
0,072
Mandarine
Spanien
0,026
Mandarine
Spanien
0,017
Mandarine
Türkei
0,018
Orange
Spanien
0,055
Orange
Spanien
0,016
Orange
Spanien
0,068
Orange
Spanien
0,011
Orange
Spanien
0,066
Orange
Spanien
0,032
Orange
Spanien
0,035
Orange
Spanien
0,093
Orange
Spanien
0,059
Orange
Spanien
0,089
Orange
Spanien
0,037
Pfirsich
Italien
0,012
Satsumas
Spanien
0,02
Tafeltraube
Italien
0,018
Zitrone
Spanien
0,066

 

Die Untersuchungen auf Rückstände an Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl werden 2022 fortgesetzt.

 

Wie schneidet TK-Obst ab?

Zusätzlich zu den 752 Frischobstproben wurden in 2021 auch insgesamt 40 Proben tiefgekühlte Beeren aus konventionellem Anbau auf Rückstände von über 700 verschiedenen Pestiziden, Pestizidmetaboliten sowie Kontaminanten untersucht. Bei 31 Proben war die Herkunft unbekannt (die Herkunftsangabe ist auf verpackter Tiefkühlware nicht verpflichtend), vier Proben stammten aus Serbien, zwei aus Kanada, zwei aus Polen und eine aus Marokko. 95 % der Proben wiesen Mehrfachrückstände von Pestizid-Wirkstoffen auf. Bei zwei Proben TK Erdbeeren mit unbekannter Herkunft wurden Höchstgehaltsüberschreitungen festgestellt. Damit liegt die Beanstandungsquote deutlich höher als bei frischen Erdbeeren (4 % Beanstandungsquote bei frischen Erdbeeren im Vergleich zu 18 % bei TK-Erdbeeren). Bei TK-Himbeeren wurden erfreulicherweise keine Höchstgehaltsüberschreitungen festgestellt. Tabelle 12 zeigt die Untersuchungsergebnisse in der Übersicht für die verschiedenen TK-Beeren.

 

Fazit: die Rückstandssituation von Frischobst und TK-Obst kann abweichen, da die Erzeugnisse z. T. aus ganz anderen Herkunftsländern stammen (Die Herkunft von T-Ware ist für den Verbraucher meist nicht erkennbar, z. B. kommen viele TK Erdbeeren aus China) und können damit auch andere Pestizidwirkstoffe enthalten.

 

Tabelle 12: Rückstände in TK-Obstproben aus konventionellem Anbau differenziert nach Obstarten (CVUAS 2021)
Matrix
Anzahl Proben
Proben mit Rückständen
Proben mit Mehrfach-rückständen
Proben > Höchstgehalt
Anzahl Befunde > Höchstgehalt
Stoffe über dem Höchstgehalt
Brombeere tiefgefroren
1
1*
1
-
-
 
Erdbeere
11
11 (100 %)
11 (100 %)
2 (18 %)
2
Chlormequatchlorid, Summe; Procymidon
tiefgefroren
Heidelbeere tiefgefroren
3
3
2
-
-
 
Himbeere
25
25 (100 %)
24 (96 %)
-
-
 
tiefgefroren
SUMME
40
40 (100 %)
38 (95 %)
2 (5 %)
 
 

* Probenzahl unter 5 keine prozentuale Angabe

 

Bildernachweis

CVUA Stuttgart, Pestizidlabor

 

Quellen

[1] CVUAS 2019, Nikotin in Lebensmitteln – was hat Rauchen damit zu tun?

[2] CVUAS 2020, Das „AUS“ beschlossen: in der EU ist das Insektizid Chlorpyrifos nicht mehr zugelassen

[3] EFSA (European Food Safety Authority), 2019: Statement on the available outcomes of the human health assessment in the context of the pesticides peer review of the active substance chlorpyrifos, Journal 2019;17(8):5809 23 pp.

 

Fußnote

1 Im Vergleich zu den Jahren bis 2019, ergibt sich eine höhere Quote, wenn das Alt-Pestizid Chlorat mitberücksichtigt wird, und eine etwas niedrigere Quote, wenn Chlorat ausgeschlossen wird. Bei der Neufestlegung von Rückstandshöchstgehalten für Chlorat im Jahr 2020 wurden in der Regel höhere, spezifische Rückstandshöchstgehalten festgesetzt, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass Chlorat als Kontaminant in die Lebensmittel gelangt.

 

Anlagen

Anlage 1: Stoffe mit Höchstgehaltsüberschreitungen aufgeschlüsselt nach Obstart und Herkunftsland (CVUAS 2021)
Wirkstoff Höchstgehaltsüberschreitungen bei
Abamectin, Summe Tafeltraube (Italien 2x, Brasilien)
Acephat Mango (Brasilien)
Acetamiprid Granatapfel (Türkei 7x, Spanien); Tafeltraube (Türkei 3x); Pflaume (Deutschland); Longan (Kambodscha)
Azoxystrobin Granatapfel (Türkei)
Bifenthrin Quitte (Türkei)
Boscalid Granatapfel (Türkei)
Buprofezin Grapefruit (Türkei 2x); Orange (Türkei)
Captan, Summe Orange (Türkei)
Carbendazim, Summe Heidelbeere (Polen)
Chlorat Erdbeere (Spanien)
Chlorfenapyr Limette (Brasilien); Maracuja (Kolumbien 2x)
Chlormequatchlorid, Summe Erdbeere (Deutschland)
Chlorpyrifos Orange (Italien); Zitrone (Italien); Pomelo (China 2x); Grapefruit (Türkei 2x); Clementine (Türkei); Limette (Brasilien); Maracuja (Kolumbien)
Chlorpyrifos-methyl Zitrone (Italien, Türkei); Grapefruit (Türkei 3x); Orange (Türkei)
Chlorthalonil Kochbanane (Kolumbien)
Cyromazin Granatapfel (Türkei)
Deltamethrin Granatapfel (Türkei); Maracuja (Kolumbien)
Diflubenzuron Birne (Türkei 2x)
Dithiocarbamate Maracuja (Kolumbien)
Dodin Aprikose (Türkei)
Ethephon Mispel (Spanien)
Fenbutatin-oxid Zitrone (Italien); Orange (Türkei)
Fenvalerat u Esfenvalerat, Summe Granatapfel (Türkei)
Fludioxonil Kakifrucht (ohne Angabe)
Fosetyl, Summe Granatapfel (Türkei 7x); Süßkirsche (Türkei 2x); Papaya (Brasilien); Pflaume (Deutschland); Maracuja (Kolumbien)
Glufosinat, Summe Süßkirsche (Türkei)
Glyphosat Granatapfel (Türkei); Pflaume (Republik Moldau)
Imazalil Granatapfel (Türkei)
Lambda-Cyhalothrin Avokado (Mexiko); Tafeltraube (Spanien); Granatapfel (Spanien 2x)
Methamidophos Mango (Brasilien)
Myclobutanil Pomelo (China)
Nikotin Birne (Niederlande); Maracuja (Südafrika); Pflaume (Deutschland)
Novaluron Quitte (Türkei 2x)
Permethrin Pflaume (Südafrika)
Pirimiphos-methyl Clementine (Türkei)
Prochloraz, Summe Mandarine (Türkei)
Profenofos Limette (Brasilien); Maracuja (Kolumbien); Longan (Kambodscha)
Propiconazol Granatapfel (Türkei 2x); Orange (Südafrika)
Spirodiclofen Longan (Kambodscha); Granatapfel (Türkei)
Spirotetramat, Summe Maracuja (Kolumbien)
Sulfoxaflor Granatapfel (Türkei 4x)
Tau-Fluvalinat Granatapfel (Türkei)
Tebufenozid Pflaume (Deutschland)
Thiabendazol Granatapfel (Türkei)
Thiacloprid Grapefruit (Türkei); Maracuja (Kolumbien)

 

Anlage 2: Nachweishäufigkeit der wichtigsten Wirkstoffe* für Frischobst, sowie aufgeschlüsselt nach Obstart, in Prozent der untersuchten Proben (CVUAS 2021), im Vergleich 2020

Anlage 2a: Balkendiagramm Nachweishäufigkeit der wichtigsten Wirkstoffe für Frischobst in Prozent der untersuchten Proben (CVUAS 2021).

 

Anlage 2b: Balkendiagramm Nachweishäufigkeit der wichtigsten Wirkstoffe für Beerenobst in Prozent der untersuchten Proben (CVUAS 2021).

 

Anlage 2c: Balkendiagramm Nachweishäufigkeit der wichtigsten Wirkstoffe für Kernobst in Prozent der untersuchten Proben (CVUAS 2021).

 

Anlage 2d: Balkendiagramm Nachweishäufigkeit der wichtigsten Wirkstoffe für Steinobst in Prozent der untersuchten Proben (CVUAS 2021).

 

Anlage 2e: Balkendiagramm Nachweishäufigkeit der wichtigsten Wirkstoffe für Zitrusfrüchte in Prozent der untersuchten Proben (CVUAS 2021).

 

Anlage 2f: Balkendiagramm Nachweishäufigkeit der wichtigsten Wirkstoffe für exotische Früchte in Prozent der untersuchten Proben (CVUAS 2021).

* Entsprechend den gültigen Rückstandsdefinitionen, siehe Anlage 4
A = Akarizid; B = Bakterizid; F = Fungizid; H = Herbizid; I = Insektizid;
M = Metabolit; W = Wachstumsregulator

 

Anlage 3: Häufigkeit der Rückstandsbefunde von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen in Frischobst aus konventionellem Anbau (CVUAS 2021)
Pestizide und Metabolite
Anzahl positive Befunde
mg/kg
< 0,01
< 0,05
< 0,2
< 1
< 10
< 20
> 20
Max.
Fosetyl, Summe
329
0
0
37
97
169
16
10
65,5
Fludioxonil
269
86
52
70
53
8
0
0
5,2
Acetamiprid
183
84
71
21
7
0
0
0
0,81
Pyrimethanil
155
66
26
11
26
26
0
0
5,4
Fluopyram
148
68
36
26
18
0
0
0
0,58
Boscalid
144
69
35
27
10
3
0
0
1,5
Trifloxystrobin
132
56
49
23
4
0
0
0
0,33
Difenoconazol
128
91
30
7
0
0
0
0
0,16
Acetamiprid Metabolit IM-2-1
127
98
28
1
0
0
0
0
0,077
Cyprodinil
124
49
30
29
16
0
0
0
0,96
Tebuconazol
122
74
31
16
1
0
0
0
0,21
Imazalil
118
8
9
9
28
64
0
0
3,8
Captan, Summe
111
7
33
38
29
4
0
0
2,2
Imazalil Metabolit FK411
111
20
22
58
11
0
0
0
0,31
Spirotetramat, Summe
111
38
44
21
8
0
0
0
0,8
Azoxystrobin
109
39
15
26
28
1
0
0
1,3
Pyriproxyfen
109
53
30
19
7
0
0
0
0,42
Chloranthraniliprol
94
66
23
5
0
0
0
0
0,08
Pyraclostrobin
94
41
39
12
2
0
0
0
0,27
Myclobutanil
82
55
12
7
8
0
0
0
0,37
Thiabendazol
79
30
7
12
19
11
0
0
2,5
Lambda-Cyhalothrin
76
42
30
4
0
0
0
0
0,088
Carbendazim, Summe
65
49
13
3
0
0
0
0
0,16
Deltamethrin
62
37
20
5
0
0
0
0
0,092
Hexythiazox
62
43
15
4
0
0
0
0
0,14
Fluxapyroxad
58
40
8
3
7
0
0
0
0,73
Penconazol
58
41
13
3
1
0
0
0
0,23
Imidacloprid
55
39
13
3
0
0
0
0
0,068
Dithianon
53
10
21
15
7
0
0
0
0,92
Pirimicarb
47
32
11
3
1
0
0
0
0,23
Spinosad
41
20
16
5
0
0
0
0
0,089
Thiabendazol-5-hydroxy
40
19
17
4
0
0
0
0
0,1
Methoxyfenozide
39
20
12
7
0
0
0
0
0,14
Propiconazol
39
28
8
2
0
1
0
0
1,3
Pendimethalin
38
37
1
0
0
0
0
0
0,014
Chlorpyrifos
34
25
7
1
1
0
0
0
0,24
Dimethomorph
33
17
10
4
2
0
0
0
0,43
2,4-D
32
22
6
4
0
0
0
0
0,11
Etofenprox
31
5
12
9
5
0
0
0
0,67
Metalaxyl (-M)
30
19
5
5
1
0
0
0
0,68
Abamectin, Summe
28
24
4
0
0
0
0
0
0,025
Dithiocarbamate
27
0
0
16
10
1
0
0
1
Ethephon
27
0
8
13
6
0
0
0
0,88
Fluopyram-Benzamid
27
26
1
0
0
0
0
0
0,018
Imidacloprid, Olefin-
27
21
6
0
0
0
0
0
0,037
Thiacloprid
27
18
5
4
0
0
0
0
0,16
Bifenthrin
26
7
15
4
0
0
0
0
0,073
Fenhexamid
24
10
6
6
1
1
0
0
1,3
Chlorat
22
13
8
0
1
0
0
0
0,31
Fenpyroximat
22
17
5
0
0
0
0
0
0,036
Phosmet, Summe
22
17
4
1
0
0
0
0
0,11
Trifloxystrobin Metabolit CGA 321113
22
0
21
1
0
0
0
0
0,055
Cypermethrin, Summe
21
6
11
2
2
0
0
0
0,29
Spiroxamin
21
12
3
5
1
0
0
0
0,54
Fenbuconazol
20
11
6
3
0
0
0
0
0,091
Prochloraz, Summe
20
11
2
0
3
4
0
0
4,4
Spinetoram
20
18
2
0
0
0
0
0
0,033
Thiamethoxam
20
18
2
0
0
0
0
0
0,02
Ethephon Metabolit HEPA
19
0
14
4
1
0
0
0
0,23
Etoxazol
19
15
4
0
0
0
0
0
0,022
Fenpropimorph
19
12
7
0
0
0
0
0
0,029
Gibberelinsäure
19
0
13
2
4
0
0
0
0,51
Tau-Fluvalinat
19
7
8
4
0
0
0
0
0,11
Thiophanat-methyl
19
12
5
2
0
0
0
0
0,089
Chlorpyrifos-methyl Metabolit 2,3,5-Trichloro-6-methoxypyridine
18
13
5
0
0
0
0
0
0,042
Cyprodinil Met. CGA304075
18
3
12
2
1
0
0
0
0,37
Emamectin B1a/B1b
18
15
3
0
0
0
0
0
0,018
Indoxacarb
18
11
6
1
0
0
0
0
0,058
Clothianidin
17
16
1
0
0
0
0
0
0,036
Dodin
16
9
3
3
1
0
0
0
0,35
Tebufenozid
16
11
5
0
0
0
0
0
0,03
Proquinazid
15
8
3
4
0
0
0
0
0,15
Fenoxycarb
14
9
5
0
0
0
0
0
0,021
Fenpropidin
14
12
1
1
0
0
0
0
0,052
Pyridaben
14
5
7
2
0
0
0
0
0,085
Tetraconazol
14
11
3
0
0
0
0
0
0,019
Cyflufenamid
13
5
6
2
0
0
0
0
0,064
Malathion, Summe
13
9
3
1
0
0
0
0
0,17
Chlorpyrifos-methyl
12
6
3
2
1
0
0
0
0,33
eBIC
12
12
0
0
0
0
0
0
0,007
Flonicamid, Summe
12
4
7
1
0
0
0
0
0,066
Flupyradifuron
12
0
7
4
1
0
0
0
0,35
Metalaxyl Met. CGA 94689
12
8
3
1
0
0
0
0
0,051
Pyrimethanil-4-hydroxy
12
1
4
7
0
0
0
0
0,16
Sulfoxaflor
12
4
6
2
0
0
0
0
0,15
Triclopyr
12
12
0
0
0
0
0
0
0,005
Difenoconazol Alkohol
11
6
5
0
0
0
0
0
0,022
Glufosinat, Summe
11
0
7
4
0
0
0
0
0,17
MCPA
11
10
1
0
0
0
0
0
0,019
Metrafenon
11
7
2
0
2
0
0
0
0,73
Hydroxy-Tebuconazol
10
7
3
0
0
0
0
0
0,021
Metributin-desamino-diketo
10
8
2
0
0
0
0
0
0,039
Pirimicarb, Desmethyl-
10
9
1
0
0
0
0
0
0,013
Propyzamid
10
10
0
0
0
0
0
0
0,008
Bupirimat
9
7
2
0
0
0
0
0
0,019
Buprofezin
9
6
1
2
0
0
0
0
0,15
Clofentezin
9
8
1
0
0
0
0
0
0,02
Ethirimol
9
9
0
0
0
0
0
0
0,009
Myclobutanil Met. RH9090
9
0
9
0
0
0
0
0
0,037
Spirodiclofen
9
1
7
1
0
0
0
0
0,058
Fluopicolid
8
4
0
4
0
0
0
0
0,15
Kresoxim-methyl
8
6
1
0
1
0
0
0
0,52
Mandipropamid
8
5
3
0
0
0
0
0
0,026
Bifenazat, Summe
7
3
2
2
0
0
0
0
0,053
Folpet, Summe
7
2
3
0
1
1
0
0
2,2
Novaluron
7
5
1
1
0
0
0
0
0,055
Pyrimethanil Met. SN 614 277
7
1
5
1
0
0
0
0
0,17
Ametoctradin
6
0
0
2
4
0
0
0
0,56
Etofenprox Met. Alpha-Co
6
0
5
1
0
0
0
0
0,054
Famoxadone
6
0
3
3
0
0
0
0
0,18
Fenvalerat u Esfenvalerat, Summe
6
2
4
0
0
0
0
0
0,039
Fluazinam
6
5
1
0
0
0
0
0
0,024
Glyphosat
6
0
3
3
0
0
0
0
0,18
Profenofos
6
3
1
2
0
0
0
0
0,17
Proquinazid Met. IN-MM 671
6
6
0
0
0
0
0
0
0,008
Triflumuron
6
1
3
2
0
0
0
0
0,15
Trimethylsulfonium-Kation
6
4
2
0
0
0
0
0
0,02
Chlormequatchlorid, Summe
5
3
2
0
0
0
0
0
0,021
Dichlorprop
5
5
0
0
0
0
0
0
0,006
Dicloran
5
5
0
0
0
0
0
0
0,006
Fenpyrazamin
5
3
1
1
0
0
0
0
0,18
Fluazifop
5
3
1
1
0
0
0
0
0,12
Forchlorfenuron
5
5
0
0
0
0
0
0
0,005
Iprodion
5
5
0
0
0
0
0
0
0,003
Cyantraniliprol
4
1
2
1
0
0
0
0
0,053
Cyromazin
4
1
1
2
0
0
0
0
0,062
DEET
4
3
1
0
0
0
0
0
0,015
Diazinon
4
3
1
0
0
0
0
0
0,027
Fenbutatin-oxid
4
2
1
0
1
0
0
0
0,2
Isofetamid
4
1
2
0
1
0
0
0
0,91
Orthophenylphenol
4
0
2
0
1
1
0
0
1,6
Zoxamid
4
1
2
1
0
0
0
0
0,11
Boscalid Met. M510F01
3
0
3
0
0
0
0
0
0,025
Brompropylat
3
3
0
0
0
0
0
0
0,007
Chlorfenapyr
3
0
2
1
0
0
0
0
0,077
Chlorthalonil
3
0
1
1
1
0
0
0
0,23
Cyfluthrin
3
3
0
0
0
0
0
0
0,009
Nikotin
3
0
3
0
0
0
0
0
0,014
Paclobutrazol
3
3
0
0
0
0
0
0
0,002
Carbofuran, Summe
2
2
0
0
0
0
0
0
0,008
Diflubenzuron
2
0
2
0
0
0
0
0
0,037
Dimethoat O-Desmethyl
2
0
2
0
0
0
0
0
0,017
Epoxiconazol
2
2
0
0
0
0
0
0
0,004
Fluazifop, Summe
2
0
0
2
0
0
0
0
0,14
Flutriafol
2
2
0
0
0
0
0
0
0,003
Iprovalicarb
2
2
0
0
0
0
0
0
0,002
Prosulfocarb
2
2
0
0
0
0
0
0
0,004
Pyriofenon
2
1
0
1
0
0
0
0
0,058
Quinoxyfen
2
2
0
0
0
0
0
0
0,002
Tebufenpyrad
2
2
0
0
0
0
0
0
0,009
Triadimenol
2
2
0
0
0
0
0
0
0,008
Valifenalat Met. IR 5839
2
1
1
0
0
0
0
0
0,025
Acephat
1
0
0
1
0
0
0
0
0,078
Acequinocyl
1
0
1
0
0
0
0
0
0,021
Acrinathrin
1
1
0
0
0
0
0
0
0,002
Benzoesäure
1
0
0
0
0
0
0
1
44,2
Benzyladenin
1
1
0
0
0
0
0
0
0,003
Bupirimat-desethyl
1
1
0
0
0
0
0
0
0,003
Chloridazon, Summe
1
1
0
0
0
0
0
0
0,009
Chlorthalonil-4-hydroxy
1
1
0
0
0
0
0
0
0,003
Cyazofamid
1
1
0
0
0
0
0
0
0,001
Cyflumetofen
1
0
0
1
0
0
0
0
0,061
Cyproconazol
1
1
0
0
0
0
0
0
0,001
Desethyl-pirimiphos-methyl
1
1
0
0
0
0
0
0
0,009
Fipronil, Summe
1
1
0
0
0
0
0
0
0,001
Fipronil-desulfinyl
1
1
0
0
0
0
0
0
0,002
Fluacrypyrim
1
1
0
0
0
0
0
0
0,005
Formetanat
1
1
0
0
0
0
0
0
0,007
Heptachlorepoxid, trans
1
1
0
0
0
0
0
0
0,002
Icaridin
1
1
0
0
0
0
0
0
0,002
Isopyrazam
1
1
0
0
0
0
0
0
0,002
Ivermectin
1
1
0
0
0
0
0
0
0,008
Lufenuron
1
1
0
0
0
0
0
0
0,004
MCPA, Gesamt
1
0
1
0
0
0
0
0
0,036
Metalaxyl Met. CGA67869
1
1
0
0
0
0
0
0
0,002
Methamidophos
1
0
1
0
0
0
0
0
0,011
Metribuzin-desamino
1
1
0
0
0
0
0
0
0,004
Napropamid
1
1
0
0
0
0
0
0
0,004
Omethoat
1
1
0
0
0
0
0
0
0,002
Oxamyl-Oxime
1
1
0
0
0
0
0
0
0,005
Oxathiapiprolin
1
1
0
0
0
0
0
0
0,003
Permethrin
1
0
0
1
0
0
0
0
0,096
Phenothrin
1
1
0
0
0
0
0
0
0,002
Pirimiphos-methyl
1
0
1
0
0
0
0
0
0,038
Pyrethrum
1
0
1
0
0
0
0
0
0,011
Rotenon
1
1
0
0
0
0
0
0
0,001
Spinetoram-J-N-desmethyl
1
1
0
0
0
0
0
0
0,003
Spinetoram-J-N-formyl
1
0
1
0
0
0
0
0
0,013
Spiromesifen
1
1
0
0
0
0
0
0
0,002
Tralopyril
1
1
0
0
0
0
0
0
0,002
Trinexapac-säure
1
1
0
0
0
0
0
0
0,006
Valifenalat
1
0
1
0
0
0
0
0
0,014

 

Anlage 4: Wirkstoffe und Metaboliten, die in der Rückstandsdefinition enthalten sind und nur als Summe in die Auswertung eingeflossen sind
Parameter In der Rückstandsdefinition enthalten und analytisch erfasst
1-Naphthylessigsäure, Summe 1-Naphthylacetamid
1-Naphthylessigsäure
Aldicarb, Summe Aldicarb
Aldicarb-sulfoxid
Aldicarb-sulfon
Amitraz, Gesamt- Amitraz
BTS 27271
Benzalkoniumchlorid, Summe (BAC) Benzyldimethyloctylammoniumchlorid (BAC-C8)
Benzyldimethyldecylammoniumchlorid (BAC-C10)
Benzyldodecyldimethylammoniumchlorid (BAC-C12)
Benzyldimethyltetradecylammoniumchlorid (BAC-C14)
Benzylhexadecyldimethylammoniumchlorid (BAC-C16)
Benzyldimethylstearylammoniumchlorid (BAC-C18)
Captan, Summe Captan
THPI
Carbofuran, Summe Carbofuran
3-Hydroxy-Carbofuran
Clethodim, Summe
(berechnet als Sethoxydim)
Sethoxydim
Clethodim
Chloridazon, Summe Chloridazon
Chloridazon-desphenyl
DDT, Summe DDE, pp-
DDT, pp-
DDD, pp-
DDT, op-
Dialkyldimethylammoniumchlorid, Summe (DDAC) Dioctyldimethylammoniumchlorid (DDAC-C8)
Didecyldimethylammoniumchlorid (DDAC-C10)
Didodecyldimethylammoniumchlorid (DDAC-C12)
Dieldrin, Summe Dieldrin
Aldrin
Disulfoton, Summe Disulfoton
Disulfoton-sulfoxid
Disulfoton-sulfon
Endosulfan, Summe Endosulfan, alpha-
Endosulfan, beta-
Endosulfan-sulfat
Fenamiphos, Summe Fenamiphos
Fenamiphos-sulfoxid
Fenamiphos-sulfon
Fenthion, Summe Fenthion
Fenthion-sulfoxid
Fenthion-sulfon
Fenthion-oxon
Fenthion-oxon-sulfoxid
Fenthion-oxon-sulfon
Fipronil, Summe Fipronil
Fipronil-sulfon (MB46136)
Flonicamid, Summe Flonicamid
TFNG
TFNA
Folpet, Summe Folpet
Phthalimid
Fosetyl, Summe Fosetyl
Phosphonsäure
Glufosinat, Summe Glufosinat
MPP
N-Acetyl-Glufosinat (NAG)
Malathion, Summe Malathion
Malaoxon
Metazachlor, Summe 479M04
479M08
479M16
Methiocarb, Summe Methiocarb
Methiocarb-sulfoxid
Methiocarb-sulfon
Milbemectin Milbemycin A3
Milbemycin A4
Oxydemeton-methyl, Summe Oxydemeton-methyl
Demeton-S-methyl-sulfon
Parathion-methyl ,Summe Parathion-methyl
Paraoxon-methyl
Phorat, Summe Phorat
Phorat-sulfon
Phorat-oxon
Phorat-oxon-sulfon
Phosmet, Summe Phosmet
Phosmet-oxon
Prochloraz, Gesamt Prochloraz
BTS 44595 (M201-04)
BTS 44596 (M201-03)
Pyrethrine, Summe Pyrethrin I
Pyrethrin II
Jasmolin I
Jasmolin II
Cinerin I
Cinerin II
Pyridat, Summe Pyridat
Pyridafol (CL 9673)
Quintozen, Summe Quintozen
Pentachloranilin
Spinosad, Summe Spinosyn A
Spinosyn D
Spirotetramat, Summe Spirotetramat
Spirotetramat-Enol
Spirotetramat, Ketohydroxy*
Spirotetramat, Monohydroxy*
Spirotetramat-Enol-Glykosid*
* seit Nov 2021 nicht mehr Teil der Summe
Tolylfluanid, Summe Tolylfluanid
DMST
Triflumizol Triflumizol
FM-6-1

 

Artikel erstmals erschienen am 13.04.2022