Baden-Württemberg

Staatliches Tierärztliches Untersuchungsamt Aulendorf - Diagnostikzentrum

Zur Geschichte und Entwicklung des STUA Aulendorf

Das Staatliche Tierärztliche Untersuchungsamt Aulendorf
über 50 Jahre im Dienste von Tiergesundheit und Verbraucherschutz

 

Die Verlagerung von Tübingen nach Aulendorf

Das STUA Aulendorf 1957. Nach einer Beschreibung von Dedié (1977) über die geschichtliche Entwicklung des STUA Aulendorf war die Teilung des Landes Württemberg in eine amerikanische und eine französische Besatzungszone dafür ausschlaggebend, am 01.10.1945 für das Land Südwürttemberg-Hohenzollern eine veterinärmedizinische Untersuchungsstelle in Tübingen einzurichten. Die Untersuchungsstelle mit drei tierärztlichen und bis zu acht weiteren technischen Mitarbeitern lag in Tübingen nördlich der Alb, zu nahe am Stuttgarter Untersuchungsamt und zu weit entfernt von den landwirtschaftlichen Schwerpunktgebieten im Oberland zwischen Alb und Bodensee. Der 1952 zum Leiter ernannte Prof. Beck und der damalige Leiter der Veterinärabteilung im Innenministerium in Stuttgart, Herr Min. Rat Dr. Franz Mehrle, einigten sich darauf, das Staatliche Tierärztliche Untersuchungsamt in das landwirtschaftliche Kerngebiet des Oberlandes und in die Nähe des Allgäus zu verlegen und an dem Eisenbahnknotenpunkt Aulendorf neu aufzubauen. Dort befanden sich auch schon zwei landwirtschaftliche Lehr- und Versuchsanstalten, eine für Viehhaltung und eine für Grünlandwirtschaft. Es stand zudem genügend geeignetes, staatseigenes Bauland zur Verfügung. Aus heutiger Sicht war es nach wie vor richtig, Untersuchungsamt und Tiergesundheitsdienste inmitten ihres Einzugsgebietes anzusiedeln.

 

Erste Mannschaft in Labor und Tiergesundheitsdienst

Foto eines alten Schildes mit der Aufschrift Tierärztliches Untersuchungsamt.Das neu erbaute Untersuchungsamt wurde in Aulendorf am 22.07.1957 eröffnet. Unter der Leitung von Prof. Dr. A. Beck wurde das Untersuchungsamt in Aulendorf geplant und eingerichtet. Er hat in Aulendorf nicht mehr amtiert. Nach seinem Tod im Herbst 1957 übernahm Prof. Dr. K. Dedié für 20 Jahre die Leitung des Amtes. Zum Ende des Jahres 1977 trat er mit Erreichen des Pensionsalters in den Ruhestand und die Geschäfte gingen an Dr. B. Müller über, der als Abteilungsleiter Diagnostik zuvor bereits die Funktion des stellvertretenden Amtsleiters wahrgenommen hatte. Mit Erreichen des 65ten Lebensjahres im Mai 1992 trat Dr. B. Müller in den Ruhestand. Am 15. Juni, kurz nach Einweihung der neuen Sektionsräume, erfolgte die Amtsübergabe an Dr. H. Stöppler. Während der gesamten Entwicklungsphase des Aulendorfer Amtes fand und findet die Arbeit in TGD und Labor durch die Dres. Rittig, Moegle, Katz und Hilmers, die zuständigen Veterinärreferenten des Regierungspräsidiums, wesentliche Unterstützung. Während eines Auslandsaufenthaltes von Prof. Dedié in den 60er Jahren lag die Führung des Amtes in den Händen von Dr. H. Moegle, der auch als Bezirksstellenleiter der Tiergesundheitsdienste Koordinierungsaufgaben in Aulendorf wahrnahm.

Der Schwerpunkt des Amtes lag bis etwa 1963 bei der Tierseuchendiagnose und -bekämpfung und dem Aufbau der Tiergesundheitsdienste (TGD). Die erste tierärztliche Labormannschaft in Aulendorf bestand aus Herrn Dr. Pinkepank (Serologie), Herrn Dr. Kielwein (Bakteriologie), Herrn Dr. Müller (Pathologie),  Herrn Dr. Koch (bakt. Fleischuntersuchung, Lebensmitteluntersuchung) und Herrn Dr. Cless (Kannenmilch-, Deckseuchen- u. Sterilitätsuntersuchung). Herr Prof. Kienzle, Leiter der Vet.Abt. im Ministerium, hatte sich zum Ziel gesetzt, die in Baden-Württemberg noch fehlenden Tiergesundheitsdienste zusammen mit der absehbar erfolgreichen Tilgung der Rindertuberkulose und -brucellose aufzubauen.  Er und sein Mitarbeiter Dr. Braun beauftragten die Leiter der bad.-württ. Untersuchungsämter mit der versuchsweisen Durchführung von Tiergesundheitsdiensten und ließen ihnen dabei große Bewegungsfreiheit. Ansatzpunkte dazu boten in Aulendorf die Sterilitätsabteilung, die Kannenmilchuntersuchungen auf Brucellose (Abortus-Bang-Ringprobe, ABR) und die Pullorumbekämpfung beim Geflügel. Die Tiergesundheitsdienste waren dem Untersuchungsamt zugeordnet, ließen dort ihre Laboruntersuchungen ausführen und waren in Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Organisationen, staatlicher Veterinärverwaltung und praktizierenden Tierärzten einzurichten. Träger der TGDs war damals die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) für Tiergesundheitsdienste in Stuttgart, die im Einvernehmen mit dem Landesbauernverband am 01.12.1959 eine Geschäftsstelle für den Reg.Bez. Südwürttemberg-Hohenzollern eröffnete.

 

Weiterentwicklung in Untersuchung und Tiergesundheit

Tatkräftige Förderung erfuhren Staatliches Tierärztliches Untersuchungsamt (STUA) und Tiergesundheitsdienste Aulendorf in der jüngeren Vergangenheit auch durch die Vorgesetzten in der Ministerialbürokratie Stuttgart. Zu erwähnen sind hier die Dres. Haug, Gantert und Professor Hartig. Besonders nach der Umorganisation der Untersuchungsstruktur im Lande (seit 1997) sind Dres. Stetter und Gossger hervorzuheben. Seither wird der besondere Schwerpunkt des STUA durch die Zusatzbezeichnung "-Diagnostikzentrum-" verdeutlicht. Neben den regionalen Untersuchungen im Regierungsbezirk Tübingen sind dem Diagnostikzentrum zahlreiche Aufgaben landeszentral zugewiesen.

Die Tiergesundheitsdienste wurden von Anfang an in eine Organisationsform gebracht, bei der die Leistungen des Tiergesundheitsdienstes und des Untersuchungsamtes die Ansprüche der Tierbesitzer und die Mitarbeit der praktizierenden Tierärzte zu einem in sich geschlossenen Verfahren zusammengefasst waren.

Wie nützlich diese Konstruktion war und ist, zeigt sich auch in der weiteren Entwicklung: Nach Tilgung der wichtigsten Tierseuchen durch Hygienemaßnahmen, Impfungen oder Ausmerzungen haben es tierzüchterische Fortschritte nötig gemacht, sich den sogenannten Leistungskrankheiten und der Erfassung der Stoffwechselsituation der Tiere zuzuwenden. Die klinische Chemie nahm hierfür Ende der 60er Jahre/Anfang der 70er Jahre ihren Aufschwung, auch in der Veterinärmedizin. Es wurde mit Dr. Unglaub eigens ein Sachbearbeiter hierfür und für die fleischhygienischen Rückstandsuntersuchungen seit 1974 eingestellt. Aus den zunächst illusionären Vorstellungen zur Aussagekraft derartiger Untersuchungen haben sich einige sehr aussagekräftige und nützliche Parameter herauskristallisiert; aber auch diese benötigen die sachgerechte Interpretation und Verwertung durch die fachkundigen Mitarbeiter der Tiergesundheitsdienste.

Der Aufbau einer stressresistenten DL Zuchtsauenpopulation mit Hilfe der Bestimmung eines Muskelenzyms bei Ferkeln nach definiertem Stress ist eines der Beispiele für die Untersuchungsbelange der Zeit zwischen 1970 und 1980.

Der Untersuchungswandel dieser Zeit manifestiert sich auch in den fleischhygienischen Untersuchungen. Als Ausfluss "moderner" Produktionstechnologien wurde zur bakteriologischen Fleischuntersuchung neben der mikrobiologischen Statuserfassung von Fleisch und Organen auch die Untersuchung auf Rückstände von antibiotisch wirksamen Stoffen erforderlich. Mit dem Diaethylstilboestrol (1980) wurden Rückstandsuntersuchungen nach dem sich entwickelnden nationalen Rückstandskontrollplan zu einem wichtigen Arbeitsgebiet des STUA mit den damals zeitgemäßen biologischen und chemisch-analytischen Untersuchungsverfahren.

Neben den fleischhygienerechtlichen Untersuchungen nahmen die lebensmittelrechtlichen und milchhygienischen Untersuchungen breiten Raum ein. Abgesehen von der zu bewältigenden hohen Probenzahl war es unerlässlich, in der Beherrschung neuester, auch aufwändiger Untersuchungsverfahren auf der Höhe der Zeit zu sein. Hier wäre neben der Mikrobiologie z.B. an die Polyacrylamid-Gel Elektrophorese mit Spezialfärbungen und an die Immundiffusion zu denken, die von Dr. Stöppler bereits in den frühen 80iger Jahren für die Routineuntersuchung ausgebaut wurden. Fluoreszenzoptische Messungen und die Dünnschichtchromatographie kamen hinzu. Im Vordergrund standen, bedingt durch die gegebenen Risiken auf der Verbraucherebene, bei den besonders empfindlichen Lebensmitteln tierischer Herkunft die qualitativen und quantitativen Bestimmungen des Keimgehaltes mit modernen Verfahren (Dres. Gerlach, Stöppler u. Promberger). Probenteilung und Überprüfung auf Verbrauchertäuschungen gaben Anlass, die lebensmittelrechtlichen tierärztlichen Untersuchungen mit denen der Lebensmittelchemie zu bündeln. Vier tierärztliche Sachverständige (Dres. Layer, Kohler, Bracknies, Altmann) und 8,5 Mitarbeiterstellen wurden in das korrespondierende Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Sigmaringen verlagert.

Im Jahr 2000 wurde das BSE-Thema so drängend, dass auch in Deutschland Untersuchungen auf BSE erforderlich wurden. In Baden-Württemberg wurde zunächst Aulendorf als Zentrallabor vorgesehen und eingerichtet (Dr. Unglaub). Mit dem lawinenartigen Anstieg der Probenzahlen war die Beteiligung anderer Untersuchungsämter und die Beteiligung von Privatlaboratorien nötig. Innerhalb kürzester Zeit erhielt das Amt mit den Transmissiblen Spongiformen Enzephalopathien (TSE) einen neuen Untersuchungsschwerpunkt, zu dem u. a. plötzlich die Kontrolle von Privatlaboratorien durch besonders geschulte Fachkräfte (Frau Dr. B. Freiberg) gehörte.

Seit den 70er Jahren ist die virologische und serologische Fischdiagnostik stark gewachsen. Regelmäßige Untersuchungen der Salmoniden auf das Virus der Viralen Haemorrhagischen Septikämie (VHS) und der Infektiösen Pankreas-Nekrose (IPN) sind im STUA nicht mehr wegzudenken. Inzwischen wird auch die Infektiöse Haematopoetische Nekrose (IHN) mit in die Untersuchungen einbezogen, auch gehören molekularbiologische Verfahren zum Standard. Die Karpfenbestände werden ebenso regelmäßig auf Infektionskrankheiten untersucht. Die Sanierung und die Prophylaxe von Fischseuchen stellte für den Leiter des Fischgesundheitsdienstes, Herrn Dr. J. Rapp, in den vergangenen 25 Jahren eine besondere Herausforderung dar, die letztlich auch zu einem hohen, international anerkannten Niveau baden-württembergischer Betriebe auf diesem Gebiet führte.

Für die Notwendigkeit der organisatorischen, methodischen und fachlichen Flexibilität an einem Untersuchungsamt gibt es zahlreiche weitere Beispiele. Hierzu findet sich Näheres über Entwicklungen und Leistungen, die zum Bestand des STUA beigetragen haben, in einer eigenen Zusammenschau. Die dort beispielhaft und ohne Anspruch auf Vollständigkeit aufgeführten Leistungen werden als Anstrengungen konkretisiert, die auch die Entwicklungen im Wandel der Zeiten veranschaulichen.

Zusammenschau: Entwicklungen, Leistungen, Besonderheiten zu Tiergesundheit und Labordiagnostik in Aulendorf

 

Personelle und bauliche Entwicklung

Die Baracken der TGDs 1962.Die rasche Entwicklung von STUA und TGD in den ersten 20 Jahren kann an den Personal- und Untersuchungszahlen abgelesen werden; für die Untersuchungstätigkeit und die Tiergesundheitsdienste bestand im Oberland ausgeprägter Nachholbedarf. Waren es 1958 noch 5 Labortierärzte und 4 im Außendienst sowie 13 Mitarbeiter im labortechnischen Bereich, so bewegte sich der Personalbestand des Untersuchungsamtes und der Tiergesundheitsdienste 1978 mit 78 Landesbediensteten und 26 Nicht-Landesbediensteten auf einem Höchststand.

Durch die Zuweisung landeszentraler diagnostischer Aufgaben konnte dieser Personalstand trotz einschneidender Umstrukturierungen bis heute in etwa gehalten werden.

Auch die bauliche Entwicklung dokumentiert, dass für die Wahrnehmung neuer Aufgaben und die Arbeitsbewältigung in wachsenden und ständig sich ändernden Bereichen auch leistungsfähige und moderne Laborkapazität bereitgestellt und angepasst werden mussten. Anfänglich wurden sogar zusätzliche Räume behelfsmäßig gewonnen, um die immer wieder auftretende Raumnot aufzufangen. Die wichtigsten baulichen Anpassungen an die Entwicklung sind nachfolgend dargestellt:

1962: Errichtung einer Baracke für die TGDs

1963: Hausmeisterwohnung zu Labor umgebaut

1968: erste Erweiterung des Sektionsraumes

1972: Erweiterung der Baracke

1977: Erweiterung der Tierhaltungsräume

1985/86: Erweiterungsbau Laborbereich und Tiergesundheitsdienste

1988: Sanierung der Alträume

1992: zweite Erweiterung des Sektionsraumes

Die baulichen Aktivitäten Mitte der 80er Jahre, bei denen auch ein Versammlungsraum entstanden ist, wurden unter maßgeblichem Einfluss von Herrn Dr. B. Müller, durchgeführt. Bei diesem Bauvorhaben wurde eines der ersten Investorenmodelle im Land verwirklicht.

Aufgrund der geglückten Anlage war es bisher möglich, ohne große Baumaßnahmen den sich wandelnden Anforderungen gerecht werden zu können. Neue Untersuchungsmaterien und -Methoden (PCR) konnten bisher noch mit kleineren Maßnahmen der Innenausstattung integriert werden.

 

Strukturelle Einflüsse

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist seit 1970 auf die Hälfte geschrumpft. Die Tierzahl pro Betrieb wurde zwar erheblich aufgestockt, in Teilbereichen ist dennoch ein gewisser Rückgang der Tierzahlen zu verzeichnen. Es ist auch zu beachten, dass heute im Vergleich zu früheren Jahren die gleiche Milchmenge von weniger Tieren erbracht wird. Konzentration in der Tierhaltung und wirtschaftlicher Druck haben zur Folge, dass jedem Verlust oder Ausfall durch Krankheit in der Herde frühzeitig durch den Tierbesitzer entgegengewirkt werden muss. Somit hatte sich die Zahl der Probeneinsendungen ohne Milch- und Blutproben-Monitoring, die zur diagnostischen Untersuchung eingesandt wurden, z.B. in den Jahren 1977 bis 1997 mehr als verdoppelt.

 

Organisatorische Entwicklung

Die Organisationsstruktur des Untersuchungsamtes mit Stand vom 31.12.96 weist neben einer zentralen Verwaltungsstelle die Abteilungen Lebensmittelüberwachung, Rückstandsuntersuchung u. Mikrobiologie sowie die Abteilung Diagnostik und Tiergesundheitsdienste auf. Die zentrale Verwaltungsstelle für die Aulendorfer Einrichtungen hat sich bewährt. Die beiden landwirtschaftlichen Lehr- und Versuchsanstalten für Viehhaltung und Grünlandwirtschaft sind 1987 zusammengelegt worden. Im Dezember 1987 wurde die Wildforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg in den Räumen der Lehr- und Versuchsanstalt eingerichtet und zum 01. April 1991 organisatorisch in die Anstalt eingegliedert. Zum 01. Januar 1990 wurde die Fischereiforschungsstelle des Landes mit Sitz in Langenargen neu gebildet und der Lehr- und Versuchsanstalt angegliedert. Seit Januar 1996 besteht bei der zentralen Verwaltungsstelle eine gemeinsame Telefonzentrale, an die auch die Tiergesundheitsdienste Aulendorf angeschlossen sind. Die Verwaltungsaufgaben für das Untersuchungsamt und die Lehr- und Versuchsanstalt mit Wild- und Fischereiforschungsstelle mit zusammen ca. 150 Beschäftigten werden somit effektiv und wirtschaftlich erledigt. Seit 01. Januar 2000 bestehen neben dem Staatlichen Tierärztlichen Untersuchungsamt Aulendorf - Diagnostikzentrum (STUA) in Baden-Württemberg aufgrund eines Kabinettsbeschlusses vier integrierte Chemische und Veterinäruntersuchungsämter. Im STUA Aulendorf -Diagnostikzentrum- wurden zentral zu bearbeitende Aufgaben ausgebaut.

 

Das Konzept zur Seuchen- und Gefahrenabwehr

Fotos eines Schildes mit der Aufschrift Tiergesundheitsdienste Aulendorf Tierseuchenkasse Baden-Württemberg.Fisch- und Bienengesundheitsdienst existieren als eigenständige, vom Land getragene Gesundheitsdienste innerhalb der Laborbereiche in der Abteilung "Diagnostik I", während die verbleibenden Tiergesundheitsdienste als selbständige Einrichtung der Tierseuchenkasse betrieben und geführt werden. Unter dem Aufgabenspektrum des Untersuchungsamtes in Diagnostik, Fleisch-/Milchhygiene und Tiergesundheitsdienste stellen die Maßnahmen zur ständigen Seuchen- und Gefahrenabwehr eine der wichtigsten Aufgaben im öffentlichen Interesse dar. Die neben der Untersuchung auf anzeige- und meldepflichtige Tierseuchen und -krankheiten durchgeführten Untersuchungen für Tiergesundheitsdienste, praktische Tierärzte, Amtstierärzte, Lebensmittelüberwachungsbehörde, Landwirte, Jäger, sonstige Personen und Einrichtungen tragen letztlich mit dazu bei, dass die erforderlichen Spezialisten auch im Ernstfall bereitstehen.

Zahlreiche und sehr vielschichtige veterinärhygienische Vorbeugemaßnahmen - die  Tätigkeit der Veterinärämter ist hier mit eingeschlossen - und die Bereitschaft zur Reaktion bei Gefahr im Verzug, helfen, möglichst schon das Entstehen von Seuchen und Verbrauchergefährdungen zu verhindern. Auch europäische Überwachungskonzepte auf einer frühen Stufe der Lebensmittelproduktion tragen dazu bei, zoonosenfreie Bestände zu schaffen und damit die Produktion gesundheitlich unbedenklicher Lebensmittel zu fördern. Im Geflügelbereich sind solche Untersuchungen schon weit fortgeschritten, was auch im Probenaufkommen des STUA Auswirkungen zeigt.

 

Leitung des Untersuchungsamtes

Dienstgebäude der Tiergesundheitsdienste in Aulendorf.Nach der Aufbauphase des Aulendorfer Amtes und seiner Tiergesundheitsdienste Ende der sechziger Jahre wurden mit dem bad.-württ. Ausführungsgesetz zum Viehseuchengesetz vom 06.01.1973 die TGD gegenüber dem STUA selbständiger und waren nun noch landeseinheitlich zu gestalten. Bei den Tiergesundheitsdiensten fand die 1974 mit der Gründung der Tierseuchenkasse begonnene Trennung von den Untersuchungsämtern am 24. Januar 1997  insofern eine Festschreibung, als das Ergebnis einer Organisationsprüfung die Billigung des Verwaltungsrates fand. Die noch unter der Geschäftsführung von Dr. E. Haug in Auftrag gegebene Prüfung wurde mit Wirkung vom 1. Februar 1997 durch den folgenden Geschäftsführer Dr. E. Gantert verkündet. Gleichzeitig wurde die Richtlinie über die Bezirksstellen der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg und die Mitwirkung der Leiter der Staatlichen Tierärztlichen Untersuchungsämter vom 27. Juli 1978 aufgehoben. Als Koordinator für den Geschäftsbereich der Tiergesundheitsdienste der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg am Standort Aulendorf wurde Dr. H. Romer bestellt, der die Geschäfte bereits Ende 1992 von Dr. Cless übernommen hatte. Die Leitung der Tiergesundheitsdienste lag bis zum Jahr 1978 in den Händen von Dr. J. Jahn, der bedingt durch eine Kriegsverletzung Ende Juni 1978 vorzeitig in den Ruhestand trat. Die Führung der Tiergesundheitsdienste wurde anschließend Dr. O. Cless übertragen. Er wurde gleichzeitig zum stellvertretenden Amtsleiter des STUA bestellt. In der weiteren Entwicklung wurde Dr. Albrecht mit der Leitung des Tiergesundheitsdienst-Standortes Aulendorf betraut. Mit dem Ausscheiden von Dr. Otto Cless wurden die letzen personaltechnischen Verknüpfungen zwischen Landes- und Tiergesundheitsdienst-Funktionen gelöst. Die enge fachliche und örtliche Verbundenheit dieser beiden zentralen Einrichtungen bleibt auch weiterhin der große Vorteil für das Veterinärwesen in Baden-Württemberg.

 

Allen, die uns bislang hilfreich zur Seite gestanden und vielfältige Unterstützung unserer Arbeit gewährt haben, gilt unser besonderer Dank. Eine besondere Würdigung ist angezeigt für die vielen technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit ihrer fleißigen und gewissenhaften Arbeit die Basis für das Bestehen und Ansehen des STUA -Diagnostikzentrum- gelegt haben!

 

Info. Weitere Informationen:

Tierseuchenkasse Baden-Württemberg

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