Baden-Württemberg

Staatliches Tierärztliches Untersuchungsamt Aulendorf - Diagnostikzentrum

Blauzungenkrankheit (BT) – neueste FLI-Risikobewertung zur Verschleppung der Blauzungenkrankheit ändert ab 18. Mai die Verbringungsregelungen

 

Am 17. Mai 2019 läuft endgültig die Frist für die Übergangsoption zum innerstaatlichen Verbringen ungeimpfter Wiederkäuer in BTV-freie Gebiete auf Basis eines negativen BT-Virus-Nachweises und gleichzeitiger Repellent-Behandlung ab. Hintergrund dafür ist das Ende der kalten Jahreszeit und der damit verbundenen geringen Gnitzenaktivität, mit der die Ausnahmeregelung gerechtfertigt werden konnte. Mit Anstieg der Temperaturen und zunehmender Flugaktivität von Gnitzen sind die der Begründung zugrundeliegenden Voraussetzungen nicht mehr gegeben. In diesem Zusammenhang hat das Nationale Referenzlabor für BT am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mit Datum vom 26.04.2019 eine neue Risikobewertung zur Verschleppung der Blauzungenkrankheit vorgenommen. Neuere Erkenntnisse zur Übertragung von BTV führten zu einer Neubewertung der innerstaatlichen Verbringungsregelungen mit folgenden, ab dem 18.05.2019 in Kraft tretenden Änderungen:

 

Die Ausnahmeregelung für das Verbringen ungeimpfter Tiere wird aufgehoben. Für Kälber von während der Trächtigkeit geimpften Kühen reicht der Impfstatus in HIT sowie die Tierhaltererklärung nicht mehr aus, hier wird ab jetzt zusätzlich ein negativer Virusnachweis innerhalb von 14 Tagen vor dem Verbringen gefordert. Als geschützt ohne weitere Untersuchung gelten nur noch Kälber, deren Mütter bereits vor dem Belegen einen korrekten Impfstatus hatten. Hintergrund für die Regelung ist die Feststellung, dass viele der im Winterhalbjahr nachgewiesenen BTV-8-Infektionen bei Kälbern offenbar bereits im Mutterleib stattgefunden haben. Für diese Kälber kommt der Schutz durch die Biestmilchgabe zu spät, so dass sie infiziert bleiben und das Virus unerkannt weitertragen können.

 

Das Verbringen von Rindern, Schafen, Ziegen oder Gatterwild außer zur unmittelbaren Schlachtung aus dem Sperrgebiet ist somit praktisch nur noch auf Basis einer Immunisierung möglich (s. dazu Info „Blauzungenkrankheit - Handelsbestimmungen in den Restriktionszonen“). Die Impfung bildet damit nach wie vor den Schwerpunkt der Bekämpfung der Blauzungenkrankheit, da sie sowohl den Schutz der Tiere sicherstellt als auch dauerhafte, Saison-unabhängige Verbringungsoptionen ermöglicht. Entsprechend wird weiterhin dringendst zur Impfung - vor dem Hintergrund des sich ebenfalls weiter in Europa ausweitenden BTV-4-Geschehens - gegen beide Virustypen (BTV-4 und BTV-8) geraten.

 

BTV-8 wurde seit dem Erstausbruch im Kreis Rastatt inzwischen auch in weiteren Land- und Stadtkreisen nachgewiesen, Tendenz nach wie vor steigend. Der Schwerpunkt liegt aktuell in Baden-Württemberg im Bereich Südbaden, darüber hinaus verzeichnen auch das Saarland und Rheinland-Pfalz eigene Ausbrüche. Auch Belgien ist bereits betroffen. Die amtliche Feststellung der Blauzungenkrankheit führt zur Errichtung eines Sperrgebietes von 150 km Radius um den Ausbruchsbetrieb herum. Dies bedeutet, dass das gesamte Land Baden-Württemberg zum BTV-8-Sperrgebiet für Rinder, Schafe, Ziegen und gehaltene Wildwiederkäuer erklärt wurde. Inzwischen gehören neben dem gesamten Saarland und ganz Rheinland-Pfalz auch Teile von Hessen, von Nordrhein-Westfalen sowie von Bayern zum Restriktionsgebiet. Die Folgen des Sperrgebietes sind u. a. eine generelle Meldepflicht für alle Wiederkäuerhaltung an die jeweils zuständige Behörde sowie Verbringungs- und damit Handelseinschränkungen.

 

 

 

Für weitere Informationen beachten Sie bitte die nachstehenden Links.

 

Informationen bzgl. des HIT-Eintrages der BT-Impfungen finden Sie unter der Rubrik Infomaterial – Wiederkäuer: „Anleitung HIT-Impfeintrag“.

 

 

 

 

Pressemitteilung des MLR: „Ausnahmeregelungen zum Verbringen von Rindern, Schafen, Ziegen und Gatterwild aus Baden-Württemberg wegen Blauzungenkrankheit laufen am 17. Mai 2019 aus“

 

Pressemitteilung Minister Peter Hauk MdL: „Impfung gegen die Blauzungenkrankheit schützt Rinder, Schafe und Ziegen und ist wesentliche Voraussetzung für Verbringen der Tiere aus dem Land“

 

Pressemitteilung Minister Peter Hauk MdL: „Weitere Ausbrüche der Blauzungenkrankheit im Land amtlich festgestellt“

 

Pressemitteilung Minister Peter Hauk MdL: „Blauzungenkrankheit in einem Rinderbestand im Landkreis Rastatt amtlich festgestellt“

 

Pressemitteilung Minister Peter Hauk MdL: „Rinder, Schafe und Ziegen 2019 erneut gegen die Blauzungenkrankheit impfen lassen“

 

Fachliche Informationen zur Blauzungenimpfung 2019 mit Vorlage für Impfstoffbestellung

 

Blauzungenkrankheit – „FAQs“ - Fragen und Antworten zur Blauzungenkrankheit

 

Blauzungenkrankheit – Handelsbestimmungen in den Restriktionszonen

 

Blauzungenkrankheit – Tierhaltererklärung Sperrgebiet

 

Blauzungenkrankheit – Tierhaltererklärung geimpfte Schafe/Ziegen

 

Blauzungenkrankheit – Tierhaltererklärung ungeimpfte Schafe/Ziegen

 

Blauzungenkrankheit - Tierhaltererklärung Kälber_Grundimmunisierung in Trächtigkeit

 

Blauzungenkrankheit - Tierhaltererklärung Kälber_Grundimmunisierung vor Belegung

 

Blauzungenkrankheit – Tierhaltererklärung Schlachttiere

 

Blauzungenkrankheit – Präsentation zur aktuellen Lage und zur Verbringung (Stand: 09.01.2019)

 

Blauzungenkrankheit – Präsentation zur Impfung und zum weiteren Vorgehen (Stand: 09.01.2019)

 

Blauzungenkrankheit – aktuelles „Impfbarometer“

 

Blauzungenkrankheit – „Impfbarometer“ - Historie 2016 - 2018

 

Anleitung HIT-Abfrage BT-Impfstatus und Untersuchungsergebnis

 

Anleitung HIT-Untersuchungsantrag für BT

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bericht erschienen am 08.05.2019 07:23:33

Copyright © 2005–2019 Alle Rechte vorbehalten.