Jagdhund verstarb an Aujeszkyscher Krankheit

Dr. Heinrich Stöppler

 

Bei einem Jagdhund aus dem Landkreis Ravensburg wurde im Dezember das Aujeszky-Virus nachgewiesen (ein ungarischer Forscher beschrieb erstmals die Krankheit im Jahr 1902). Der Hund war am 5.12.08 auf Wildschweinjagd in einem Wildgatter, wo er Kontakt mit Wildschweinen (Blut) hatte. Fünf Tage später erkrankte das Tier hochfieberhaft, zeigte Hypersalivation und Schluckbeschwerden. Trotz Therapie verendete der Hund nach sieben Tagen und wurde zur Sektion nach Aulendorf gebracht. Der Virusnachweis mittels Zellkultur und anschl. Immunfluoreszenz war nach drei Tagen positiv. Die Organe wurden an das nationale Referenzlabor in Wusterhausen geschickt, wo die Diagnose bestätigt wurde. Im Zuge dieses Befundes wurden im Januar im besagten Wildgatter weitere 65 Wildschweine erlegt und auf Aujeszky-Virus-Antikörper untersucht. Dabei reagierten 32 Proben positiv, 4 fraglich und 29 negativ.


Solche Vorkommnisse zeigen auf, dass die Aujeszkysche Krankheit trotz des anerkannten Freiseins unseres Landes weiterhin besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Insbesondere sind Kontakte zur Wildtierpopulation zu vermeiden und es ist auf die dort zu vermutenden latenten Virusträger zu achten. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass eine Übertragung auch über rohes Fleisch und Fleischerzeugnisse erfolgen kann, wenn die Abfälle von latent infizierten Wildschweinen nicht ordnungsgemäß beseitigt werden. Die Aujeszkysche Krankheit führt bei fast allen empfänglichen Tierarten, insbesondere bei Rind, Schaf, Ziege, Hund und Katze, zur einer Gehirn-Rückenmarksentzündung mit zentralnervösen Erscheinungen mit Juckreiz an der Eintrittspforte des Virus. Der Tod tritt meist nach wenigen Tagen ein. Der Mensch ist durch das Virus nicht gefährdet.

 

 

Bericht erschienen am 18.03.2009 07:55:51