Im Brennpunkt – Fipronil in Eiern und Eiprodukten

Dr. Björn Hardebusch, Wolf Benjamin Dambacher

 

EierDas CVUA Freiburg untersucht zentral für Baden-Württemberg tierische Lebensmittel auf das Vorhandensein von Pestizid-
rückständen.

Aktuell werden Rückstände von Fipronil in Eiern aus der amtlichen Lebensmittelüberwachung sowie insbesondere in Proben aus dem „Sonderkontrollprogramm Baden-Württemberg zur Überprüfung einheimischer Produkte auf Fipronil“ untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden an dieser Stelle regelmäßig aktualisiert dargestellt:

 

Aktuelle Untersuchungsergebnisse

(letztes Update 10.10.2017 14:00 Uhr)

Gesamtzahl an Proben auf Fipronil

Anzahl Proben negativ positiv
351 329 22

 

Eier (Hühnereier)

Ei aufgeschlagen Probenherkunft Anzahl Proben negativ positiv
Baden-Württemberg 148 143 5
Andere Bundesländer 21 21 0
Niederlande 8 5 3
Polen 0 0 0
Frankreich 0 0 0
Belgien 0 0 0
Italien 0 0 0
Summe 177 169 8

 

Eiprodukte (Eigelb, Eiklar, Vollei, Eipulver)

Vollei Probenherkunft Anzahl Proben negativ positiv
Baden-Württemberg 14 12 2
Andere Bundesländer 63 54 9
Niederlande 9 8 1
Polen 0 0 0
Frankreich 0 0 0
Belgien 5 4 1
Italien 1 0 1
Summe 92 78 14

 

Teigwaren und Produkte (z.B. Nudeln, Maultaschen, Tortenböden, usw.)

Nudeln Probenherkunft Anzahl Proben negativ positiv
Baden-Württemberg 69 69 0
Andere Bundesländer 11 11 0
Niederlande 0 0 0
Polen 1 1 0
Frankreich 1 1 0
Belgien 0 0 0
Italien 0 0 0
Summe 82 82 0

 

Infokasten

Fipronil gehört zur Gruppe der Insektizide und Akarizide, soll also gegen Schadinsekten, sowie Milben und Zecken wirken. Chemisch gesehen gehört es zur Gruppe der Phenylpyrazole.

 

Strukturformeln Fipronil

 

Fipronil-haltige Präparate zur direkten Anwendung bei lebensmittelliefernden Tieren sind nicht zugelassen, da nach deren Anwendung Rückstände von Fipronil in tierischen Produkten auftreten können. Es besteht allerdings eine Zulassung zur Anwendung gegen Flöhe und Zecken bei Hunden und Katzen.

 

Höchstgehalte für Fipronil werden in der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 geregelt. Danach beträgt der Höchstgehalt in vielen tierischen Lebensmitteln, wie auch bei Ei, 0,005 mg/kg, was der Bestimmungsgrenze entspricht. Der Höchstgehalt gilt dabei als Summe des im Lebensmittel festgestellten Fipronil und dessen Metabolit Fipronil-sulfon, das beim Abbau von Fipronil im tierischen Organismus entsteht.

Das CVUA Freiburg untersucht Eier auf das Vorhandensein beider Substanzen. Die Analyten werden hierzu mit einem etablierten und in Baden-Württemberg entwickelten Verfahren (QuEChERS) aus den Proben extrahiert und anschließend mittels Hochdruckflüssigchromatopgrafie (HPLC) gekoppelt mit Tandem-Massenspektrometrie (MS) analysiert. Zusätzlich werden die Proben auch noch mit einem Time of Flight Massenspektrometer auf die Exakten Massen beider Verbindungen untersucht.

 

Weitere Informationen

Gesundheitliche Bewertung von ersten Analysenergebnissen zu Fipronilgehalten in Lebensmitteln in Deutschland

Fragen und Antworten zu Fipronil

 

Bildnachweis

alle CVUA Freiburg

 

 

Bericht erschienen am 30.08.2017 16:16:53