Regional und saisonal - Spargel und Erdbeeren aus der Region oder aus der ganzen Welt?

Dr. Eva Annweiler (CVUA Freiburg)

 

Aufarbeitung: Spargel schälenDurch die kalte Witterung mussten Verbraucher in diesem Frühjahr besonders lange auf den Spargel aus heimischen Regionen warten. Der Saisonstart war dieses Jahr deutlich verzögert.

Wie die Bedingungen für Erdbeeren sein werden, kann noch nicht vorher gesagt werden. Doch auch hier ist davon auszugehen, dass besonders die ersten heimischen Erdbeeren sehr begehrt sein werden, auch wenn Verbraucher zu Beginn der Saison dafür tiefer in die Tasche greifen müssen.


Für das CVUA Freiburg beginnt die jährliche Spargelsaison mit einer Untersuchungskampagne zur Überprüfung der Herkunftsangaben bei regional ausgelobtem Spargel.

Herkunftsnachweis mit der Stabilisotopen-Analyse

Die Analysen erfolgen mittels Stabilisotopenmassenspektrometrie (IRMS). Die Methode beruht darauf, dass die Bausteine unserer Lebensmittel, -mengenmäßig sind das die leichten Bioelemente Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel -, in Form mehrerer stabiler Isotope vorkommen. Das Mengenverhältnis dieser stabilen (nicht radioaktiven) Isotope wird durch lokale Effekte beeinflusst. Dadurch treten geringfügige, ortsbedingte Variationen der Isotopenverhältnisse auf, die sich sehr genau messen lassen. Die Isotopenverhältnisse werden für verschiedene Elemente im Spargelwasser, im Spargelprotein und in der Cellulosefraktion bestimmt. Anhand der Ergebnisse können Rückschlüsse auf Erzeugungsregionen gezogen werden. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die Isotopenverhältnisse zwischen den zu differenzierenden Regionen ausreichend unterscheiden.

Lesen Sie weitere Informationen zum Herkunftsnachweis

Erfreuliche Ergebnisse in 2017

SpargelIm Jahr 2017 wurden für die Lebensmittelüberwachung Baden-Württemberg insgesamt 45 Spargelproben mit der Ursprungsangabe Deutschland untersucht; überwiegend stammten die Proben aus Baden-Württemberg.

Nur in einem Fall wurde die Herkunftskennzeichnung „Bruchsal“ als unzutreffend beurteilt, da der genannte Erzeuger in Hessen angesiedelt war. Für den Ursprung Deutschland untypische Isotopenwerte wurden in keiner Probe vorgefunden.

 

ErdbeerenVergleichbare Ergebnisse lieferte die Untersuchungskampagne für Erdbeeren. Hier wurden ebenso 45 Proben mit der Ursprungsangabe Deutschland überprüft. Auch bei den Erdbeeren lag der Schwerpunkt der Proben bei der Erzeugung in Baden-Württemberg. In einem Fall ergaben Ermittlungen der Lebensmittelkontrolleure, dass Erdbeeren aus Italien als deutsche Erdbeeren angeboten wurden.

 

Die Ergebnisse der Untersuchungskampagnen lieferten darüber hinaus keine Hinweise auf eine „Germanisierung“ der saisonal hochpreisigen Produkte.

 

 

Weitere Informationen

Untersuchungen auf Herkunft und Echtheit

 

Bildnachweis

alle CVUA Freiburg

 

 

Bericht erschienen am 16.04.2018 14:14:59