Kosmetische Mittel

Die Kosmetik-Sachverständigen des CVUA Karlsruhe

 

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu den folgenden Inhalten:

 

  • Was sind kosmetische Mittel?
  • Sind kosmetische Mittel sicher?
  • Informationen für Kosmetik-Hersteller und Importeure
  • Zuständige Behörden Baden-Württemberg
  • Was sind unsere Aufgaben als Zentralbereich „Kosmetische Mittel“ in Baden-Württemberg?
  • Gibt es Grenzprodukte?
  • Sind Tattoos auch Kosmetika?
  • Häufig gestellte Fragen zur Seifenherstellung
  • Relevante Websites
     

 

Was sind kosmetische Mittel?

Nach der Definition der Europäischen Kosmetikverordnung (Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über kosmetische Mittel) sind kosmetische Mittel
 

Foto: Portraitaufnahme einer jungen Frau, der mit Wattepads Creme aus dem Gesicht entfernt wird. Bildquelle: Fotolia.de. "Stoffe oder Gemische, die dazu bestimmt sind, äußerlich mit den Teilen des menschlichen Körpers (Haut, Behaarungssystem, Nägel, Lippen und äußere intime Regionen) oder mit den Zähnen und den Schleimhäuten der Mundhöhle in Berührung zu kommen, und zwar zu dem ausschließlichen oder überwiegenden Zweck, diese zu reinigen, zu parfümieren, ihr Aussehen zu verändern, sie zu schützen, sie in gutem Zustand zu halten oder den Körpergeruch zu beeinflussen."


 

 

Im Erwägungsgrund 7 der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 heißt es:


"Kosmetische Mittel können unter anderem Cremes, Emulsionen, Lotionen, Gele und Öle für die Hautpflege, Gesichtsmasken, Schminkgrundlagen (Flüssigkeiten, Pasten, Puder), Gesichtspuder, Körperpuder, Fußpuder, Toilettenseifen, desodorierende Seifen, Parfums, Toilettenwässer und Kölnisch Wasser, Bade- und Duschzusätze (Salz, Schaum, Öl, Gel), Haarentfernungsmittel, Desodorantien und schweißhemmende Mittel, Haarfärbungsmittel, Haarwell-, -glättungs- und -frisiermittel, Haarfestigungsmittel, Haarreinigungsmittel (Lotionen, Puder, Shampoos), Haarpflegemittel (Lotionen, Cremes, Öle), Frisierhilfsmittel (Lotionen, Lack, Brillantine), Rasiermittel (einschließlich Vor- und Nachbehandlungsmittel), Schmink- und Abschminkmittel, Lippenpflegemittel und -kosmetika, Zahn- und Mundpflegemittel, Nagelpflegemittel und -kosmetika, Mittel für die äußerliche Intimpflege, Sonnenschutzmittel, Selbstbräunungsmittel, Hautbleichmittel, Antifaltenmittel sein."

 

Sind kosmetische Mittel sicher?

 

In der Europäischen Kosmetikverordnung (Verordnung (EG) Nr. 1223/2009) ist in Artikel 2 u.a. geregelt:
„Die auf dem Markt bereitgestellten kosmetischen Mittel müssen bei normaler oder vernünftigerweise vorhersehbarer Verwendung für die menschliche Gesundheit sicher sein…“
 

Unsere Aufgabe ist es, die durch Stichprobennahmen im Markt (Drogeriemärkte, Kaufhäuser, Supermärkte, Reformhäuser, Bioläden, Märkte, Messen) und direkt bei Herstellern und Importeuren amtlich erhobenen kosmetischen Mittel zu überprüfen. Hierzu untersuchen wir die Produkte auf Einhaltung der stofflichen Vorschriften, überprüfen die Kennzeichnung und begutachten die Produkte auf Grund der festgestellten Ergebnisse. Pro Jahr untersuchen wir auf Grund eines festgelegten Einwohnerschlüssels risikoorientiert etwa 2000 kosmetische Mittel.


Die Kosmetik-Sachverständigen des CVUA Karlsruhe wirken außerdem bei Betriebskontrollen bei Herstellern und Importeuren mit. Dabei wird die Einhaltung der Guten Herstellungspraxis, sowie Produktunterlagen (insbesondere Sicherheitsbewertungen und Wirksamkeitsnachweise), die auf Grund gesetzlicher Regelungen vor Ort vorliegen müssen, überprüft.


Diese stichprobenartige Marktkontrolle ist sehr effizient. Diese Kontrollen und die überwiegend verantwortungsbewussten Kosmetikhersteller tragen dazu bei, dass kosmetische Mittel in der Regel sorglos verwendet werden können, ohne dass der Verbraucher gesundheitliche Beeinträchtigungen befürchten müsste.


Nebenwirkungen von Inhaltsstoffen kosmetischer Mittel kommen selten vor, schätzungsweise nur eine auf eine Million verkaufter Produkte. Mitunter gibt es Hautreizungen auf bestimmte Inhaltsstoffe oder allergische Reaktionen z.B. auf Duftstoffe.


Informationen für Kosmetik-Hersteller und Importeure


Wir bitten um Verständnis, dass die Kosmetik-Sachverständigen des CVUA Karlsruhe keine individuellen Beratungen für Kosmetikhersteller oder Importeure durchführen können. Wenn Sie weitere Beratung benötigen, wenden Sie sich bitte an private Sachverständige, z.B. Sicherheitsbewerter oder Beratungsfirmen.


Die Herstellung kosmetischer Mittel muss nach Guter Herstellungspraxis erfolgen. Hierzu ist in Artikel 8 der Europäischen Kosmetikverordnung (Verordnung (EG) Nr. 1223/2009) geregelt:

Gute Herstellungspraxis


1) Die Herstellung kosmetischer Mittel erfolgt im Einklang mit der guten Herstellungspraxis, um die Erreichung der Zielsetzungen von Artikel 1 zu gewährleisten.


(2) Die Einhaltung der guten Herstellungspraxis wird vermutet, wenn die Herstellung gemäß den einschlägigen harmonisierten Normen erfolgt, deren Fundstellen im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht worden sind.

 

Bei der hier genannten Norm handelt es sich um die DIN EN ISO 22716:2008-12:

 

Kosmetik – Gute Herstellungspraxis (GMP) – Leitfaden zur guten Herstellungspraxis (ISO 22716:2007); Deutsche Fassung EN ISO 22716:2007

 

Diese kann z.B. über den Beuth-Verlag erworben werden: http://www.beuth.de/de/norm/din-en-iso-22716/112877654

Der Industrieverband für Körperpflege und Waschmittel e.V. (IKW) hat zu der genannten Norm ein kommentiertes kostenpflichtiges Exemplar veröffentlicht. Dazu bieten sie kostenfrei eine Checkliste zur Selbstbewertung an, die auf ihrer Seite zugänglich ist (http://www.ikw.org/schoenheitspflege/themen/recht-infos-fuer-hersteller/kosmetik-gmp-aktivitaeten-und-dokumente/8d10346b468ad1a9d310cf9d6fd3eb00/).

 

Auch der Verband BDIH bietet entsprechende Beratung und Hilfe bei GMP-Fragen an. http://www.bdih.de/

 

Für das Inverkehrbringen von kosmetischen Mitteln gibt es keine Zulassungspflicht, aber es muss eine „verantwortliche Person“ benannt werden.  Die verantwortliche Person muss vor der Vermarktung u.a.:

 

  • sicherstellen, dass für jedes kosmetische Mittel ein Sicherheitsbericht als Bestandteil der Produktunterlagen zur Einsichtnahme durch die zuständigen Behörden vorliegt (Näheres siehe u.g. Websites). Die wesentlichen Punkte eines solchen erforderlichen Sicherheitsberichts werden in Anhang I der EU-Kosmetikverordnung VO (EG) 1223/2009 genannt und näher beschrieben. Weiterhin gibt es einen Leitfaden zu Anhang I (Näheres siehe website EU-COM).
    http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32013D0674&from=EN
  • jedes kosmetische Mittel beim Notifizierungsportal CPNP der Europäischen Kommission anmelden (Näheres siehe http://www.bvl.bund.de und u.g. Websites).
  • in Deutschland außerdem vor dem Inverkehrbringen kosmetischer Mittel den Herstellungsort bzw. vor dem Import den Einfuhrort bei den zuständigen Behörden anzeigen.

 

Wir erhalten häufig Anfragen von Personen, die Kosmetika aus Nicht-EU-Ländern importieren wollen. Importeure, die Produkte aus solchen Drittländern beziehen, sind juristisch verantwortlichen Personen im Sinne des Kosmetikrechts gleichgestellt. Die importierten Produkte müssen dem EU-Recht entsprechend hergestellt, angemeldet und gekennzeichnet sein. Und sie benötigen eine Sicherheitsbewertung vor der Vermarktung.

 

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte den u.g. Websites.

 

Zuständige Behörden in Baden-Württemberg

 

Die für die amtliche Überwachung kosmetischer Mittel in Baden-Württemberg zuständigen Behörden sind die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Land- und Stadtkreise. Das CVUA Karlsruhe liefert hierzu die Fachexpertise (s.u. „Was sind unsere Aufgaben“). Nähere Informationen über die zuständigen Behörden finden Sie unter:

 


Was sind unsere Aufgaben als Zentralbereich „Kosmetische Mittel“ in Baden-Württemberg

 

  • Probenplanung: projektorientierter Jahresplan mit festgelegten Untersuchungszielen, Priorität gesundheitliches Risiko
    • 2150 Projekt-Proben (Planproben) pro Jahr aus vielfältigem Warenkorb:

A wie Antitranspirantien oder Augen-Make up 

B wie BB-Creams (blemish balm Gesichtscremes zur Hautaufhellung)
D wie Dauerwellmittel oder Duschgel
E wie Enthaarungscremes
H wie Haarfarben
L wie Lippenstift
M wie Mascara
N wie Nagellack oder Nagelmodellage
S wie Sonnenschutzmittel
T wie Tätowierfarben (wie Permanent Make up kein kosmetisches Mittel i.S. Definition, aber zu Dienstaufgaben gehörend)
Z wie Zahncreme

  

  • Vielfältige etablierte und akkreditierte Analysenmethoden für Spuren, Minor- und Hauptbestandteile (Basis: Europäische Kosmetikverordnung regelt über Verbots- und Positivlisten mehr als tausend Substanzen und Gemische)
  • Ständige Methodenentwicklung als Reaktion auf aktuelle Vorkommnisse
  • Kosmetik-Experten für zuständige Behörden in Baden-Württemberg

o    Sicherheitsbewertung
o    Rezepturen und Herstellverfahren
o    Warenkunde
o    Fragen zur Wirksamkeit
o    Exportzertifikate
o    Mitwirken bei Betriebskontrollen (Überprüfung der Guten Herstellungspraxis und Produktunterlagen nach Europäischer Kosmetikverordnung)

  • Mitwirken in nationalen und europäischen Arbeitsgruppen zur Optimierung der Arbeit und Vermeidung von Doppelarbeit, Entwicklung von Strategien und Beurteilung komplexer Fragestellungen:

o    Risikobewertung und –management (Kosmetik-Kommission beim BfR, Lenkungsausschuss und Arbeitsgruppe bei EU-Kommission -Bundesratsvertretung)
o    Marktüberwachungsstudien (OCCL bei EDQM, Europarat)
o    Standardisierung von Methoden (§ 64 AG-Offizielle Methoden, DIN, CEN, ISO)
o    Eignungsprüfungen (OCCL bei EDQM, Europarat)
o    Entwicklung von Leitlinien, Beratung in Gesetzgebungsverfahren (GDCh-AG, ALS-AG)

  • Organisation von Fachtagungen bzw. Referententätigkeit

o    Karlsruher Kosmetiktage
o    Nationale und internationale Kongresse, Symposia und Trainings

  • Ausbildung von Lebensmittelchemikern/-innen, Lebensmittelkontrol­leuren/?innen und Chemielaboranten/-innen

 

Gibt es Grenzprodukte?


Grenzprodukte sind Produkte, die den kosmetischen Mitteln nicht eindeutig zuzuordnen sind. Hier muss von „Fall zu Fall" entschieden werden, um was für ein Produkt es sich handelt:

 

  • Kosmetisches Mittel
  • Arzneimittel
  • Lebensmittel
  • Bedarfsgegenstand
  • Biozid

 

Beispiele für Grenzprodukte zu Kosmetika:

 

  •  Hautsalben gegen Neurodermitis sind Arzneimittel
  • Repellentien gegen Schnaken sind Biozide
  • β-Carotintabletten zum Hautschutz gegen Sonnenallergie sind Nahrungsergänzungsmittel
  • Strümpfe mit Aloe-Vera-Pflegelotion sind Bedarfsgegenstände

 

Die Europäische Kommission hat auf ihrer Website einen Leitfaden zu Grenzprodukten veröffentlicht, der gemeinsam mit den Mitgliedstaaten erarbeitet wird und auf unterschiedliche Produkte eingeht. Er wird regelmäßig aktualisiert (website siehe unten).


Sind Tattoos auch Kosmetika?

 

Nein. In Deutschland gelten lediglich bestimmte Vorschriften des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes auch für Mittel zum Tätowieren und vergleichbare Stoffe und Zubereitungen, die zur Beeinflussung des Aussehens bestimmt sind und unter die menschliche Haut eingebracht werden. Hierbei handelt es sich also um Tätowierfarben und Permanent-Make-up. Die Regelungen der Europäischen Kosmetikverordnung (Verordnung (EG) Nr. 1223/2009) gelten für diese Produkte aber nicht.


Nähere Informationen siehe (Stand 19.07.2010):


Merkblatt "Leitlinie zur Beurteilung von Tätowier- und Permanent Make up (PMU) - Farben für Betreiber von Tattoo- und PMU- Studios"
 

Häufig gestellte Fragen zur Seifenherstellung

 

Das Herstellen von Seifen hat in letzter Zeit einen großen Zuspruch. Dies hat zur Folge, dass wir sehr viele Anfragen zu den rechtlichen Anforderungen bei der Herstellung und dem Inverkehrbringen erhalten. Mit dem nachfolgenden Infoblatt wollen wir die am häufigsten gestellten Fragen beantworten.
FAQ-Seifenherstellung

 

Relevante Websites (keine Gewähr auf Aktualität)

 

Rechtliche Regelungen/Gesundheitliche Bewertungen/Leitlinien/Inhaltsstoffe:

 


Verbände:

 

 

Informationen für Verbraucher und Hersteller:

 

 

Sicherheitsbewertung:

 

Bildernachweis

Fotolia.de, Image-ID: 88914

 

 

Bericht erschienen am 24.09.2008 14:12:18

Zuletzt aktualisiert am 21.11.2016 15:31:42