Jahresbericht der Lebensmittel-, Trinkwasser- und Futtermittelüberwachung 2011

Grafik: Bildercollage.

 

Zahlen aus der Lebensmittelüberwachung

Ziel der amtlichen Lebensmittelüberwachung ist es, Verbraucher vor gesundheitlichen Risiken durch Lebensmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs und vor Täuschung zu schützen. Die amtliche Überwachung ist die „Kontrolle der Kontrolle“, das heißt, sie überwacht die Wirksamkeit der betrieblichen Eigenkontrollen. Dies erfolgt über risikoorientierte Betriebskontrollen und zielgerichtete Probenahmen mit wechselnden Untersuchungsschwerpunkten.

 

Die Kontrollfrequenzen der amtlichen Lebensmittelüberwachung in den einzelnen Betrieben leiten sich von den jeweiligen Risikobeurteilungen ab. Aktuell sind in Baden-Württemberg 232.374 Betriebe registriert, 63.875 davon sind landwirtschaftliche Betriebe. Im Jahr 2011 fanden insgesamt 107.676 Kontrollbesuche statt, bei denen 72.015 Betriebe ein- oder mehrmals überprüft wurden. In 19.852 Betrieben, das heißt bei 27,6 % der kontrollierten Betriebe, wurden insgesamt 32.705 Verstöße festgestellt.

 

Zur Ahndung der Verstöße wurden im Jahr 2011 insgesamt 391 Strafverfahren und 2.450 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, die zu über 1.838 Bußgeldbescheiden führten sowie zu 4.362 Verwarnungen mit oder ohne Verwarngeld. 1.595 Betriebe mussten aufgrund der dort herrschenden unhygienischen Zustände zum Schutz der Verbraucher sofort geschlossen werden.

 

Die Probenahme umfasste insgesamt 51.282 Proben, die chemisch, physikalisch und mikrobiologisch untersucht sowie auf Kennzeichnungsmängel überprüft wurden: 47.314 Lebensmittel (17 % beanstandet), 1.482 kosmetische Mittel (23 % beanstandet), 2.186 Bedarfsgegenstände (30 % beanstandet), 283 Tabakerzeugnisse (6 % beanstandet) und 17 sonstige Produkte, die zum Beispiel wegen der möglichen Gesundheitsgefahr durch Verwechselbarkeit mit Lebensmitteln überprüft wurden. Als gesundheitsschädlich beurteilt wurden insgesamt 100 (0,2 %) Proben (Lebensmittel, kosmetische Mittel, Bedarfsgegenstände) – vor allem wegen pathogener Keime (z.B. Listeria monocytogenes, Bacillus cereus, Salmonellen, verotoxinbildende Escherichia coli), mikrobiell verursachter toxischer Eiweißabbauprodukte (Histamin), scharfkantiger Fremdkörper, extrem hoher Capsaicingehalte oder chemischer Verunreinigungen (z.B. krebserregendes p-Phenylendiamin in Haarfärbemitteln auf Hennabasis).

Außerdem wurden 14.311 Proben im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollplanes für Lebensmittel tierischer Herkunft untersucht. Dabei wurden unter anderem Fleisch, Milch, Eier und Honig auf Rückstände unerwünschter Stoffe überprüft sowie 1.318 Proben auf Radioaktivität untersucht.

 

Zahlen aus der Futtermittelüberwachung

Die amtliche Futtermittelkontrolle erfolgt - analog der Lebensmittelüberwachung - risikoorientiert und versteht sich als Kontrolle der betrieblichen Eigenkontrolle mit dem Ziel einer hohen Futtermittelsicherheit.

Im Jahr 2011 wurden 1.129 Betriebe kontrolliert, in denen Futtermittel hergestellt, gehandelt, eingeführt oder verfüttert wurden. Insgesamt wurden 1.273 Betriebsprüfungen und 60 Buchprüfungen durchgeführt sowie 1.049 Futtermittelproben gezogen. Diese wurden vielfältig untersucht, zum Beispiel auf unerwünschte oder verbotene Stoffe, aber auch auf qualitätsbestimmende Inhaltsstoffe oder Zusatzstoffe. Von den untersuchten Proben entsprachen 179 (17 %) nicht den Vorschriften.

 

Aus der Arbeit der Trinkwasserüberwachung

Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Trinkwasserversorgungsunternehmen und Inhaber von Wasserversorgungsanlagen werden durch die Gesundheitsämter der Land- und Stadtkreise und das Landesgesundheitsamt beim Regierungspräsidium Stuttgart überwacht. In diesem Band berichten erstmals auch Autoren aus den Gesundheitsämtern ausführlich über Brennpunkte und Besonderheiten der Trinkwasserüberwachung vor Ort.

Die vier Chemischen und Veterinäruntersuchungsämtern in Freiburg, Karlsruhe, Sigmaringen und Stuttgart haben 7.208 Trink- und Rohwasserproben mikrobiologisch und chemisch untersucht. 15 % dieser Proben entsprachen nicht den gesetzlichen Beurteilungswerten.

 

Download:

Jahresbericht 2011 (PDF 5.767 KB)

 

Herausgeber:

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR)
Abteilung Verbraucherschutz und Ernährung
Kernerplatz 10, 70182 Stuttgart
Telefon: (0711) 1 26 - 0
poststelle@mlr.bwl.de
www.mlr.baden-wuerttemberg.de

Redaktion:

Birgit Bienzle, MLR

Lektorat:

Beate Wörner, Fellbach

Grafik Design + Prepress:

Friedrich Don BDG - Don Design, Waiblingen
www.don-design.de

Druck:

Druckerei Bechtel Druck GmbH + Co. KG
www.bechtel-druck.de

Bezugsquelle:

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz

 

 

Bericht erschienen am 27.07.2012 11:00:06